Work and Travel Australien: das Working-Holiday-Visum 417 & 462
Für Work and Travel in Australien brauchst du ein Working-Holiday-Visum, offiziell Subclass 417 oder 462. Mit einem deutschen Pass ist es immer das 417er. Seit dem 1. Juli 2026 kannst du es bis zum Tag vor deinem 36. Geburtstag beantragen und nicht mehr nur bis 30. Es kostet AUD 840, gilt zwölf Monate ab Einreise, und mit Regionalarbeit hängst du ein zweites und ein drittes Jahr dran. Hier steht, wie der Antrag im ImmiAccount wirklich abläuft, welchen Geldnachweis Home Affairs akzeptiert und woran Anträge scheitern.
Was 2026 gilt
Die Zahlen, die sich dieses Jahr geändert haben, und die, die im Netz noch veraltet herumstehen.
Zum 1. Juli 2026 hat Australien die Altersgrenze für vier Passländer angehoben: Zypern, Finnland, Deutschland und Südkorea. Wer einen deutschen Pass hat, darf das 417-Visum jetzt mit 18 bis 35 Jahren beantragen. Es zählt der Tag der Antragstellung, nicht der Tag der Einreise.
Die Frist ist enger, als sie klingt. Home Affairs setzt sie auf 23:59 Uhr australischer Ostküstenzeit am Tag vor deinem 36. Geburtstag, und das ist in Deutschland acht bis zehn Stunden früher am Tag. Beantrage das Visum deshalb nicht in deiner Geburtstagswoche. Wirst du zwischen Antrag und Entscheidung 36, ist das kein Problem: Home Affairs kann trotzdem genehmigen, solange du beim Antrag noch 35 warst.
| Altersgrenze | 18 bis 35 mit deutschem Pass, seit 1. Juli 2026. Andere Pässe liegen weiter bei 18 bis 30. |
|---|---|
| Gebühr, 1. Visum | AUD 840 |
| Gebühr, 2. und 3. Visum | AUD 1.000 |
| Geldnachweis | üblicherweise rund AUD 5.000, plus das Geld für den Ausreiseflug |
| Aufenthalt | 12 Monate, gerechnet ab dem Tag deiner Einreise |
| Einreisefrist | innerhalb von 12 Monaten nach der Genehmigung. Home Affairs verlängert diese Frist nicht. |
| Beim Antrag | außerhalb Australiens, und zwar auch noch am Tag der Entscheidung |
| Kontingent | keins für das 417er. Jahreskontingente und Losverfahren gibt es nur beim 462er. |
| Versicherung | dringend empfohlen, aber keine Visumsbedingung. Du haftest für jede Behandlung selbst. |
| Ein Arbeitgeber | in der Regel höchstens 6 Monate am Stück (Visumsbedingung 8547) |
| Studium | bis zu 4 Monate, also 17 Wochen |
Die Gebühr wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst, und Home Affairs setzt seine Wechselkurse zum 1. Januar und 1. Juli neu. In deiner Währung kann derselbe Antrag also unterschiedlich viel kosten. Alles hier geprüft am 4. September 2026 gegen die offiziellen Seiten zur Unterklasse 417 und Unterklasse 462.
Bin ich berechtigt?
Beantworte drei kurze Fragen für eine sofortige Einschätzung.
So läuft der Prozess ab
Vom Antrag bis zum ersten Gehalt. Fünf Schritte, in der Reihenfolge, in der sie wirklich anfallen.
Finde heraus, welche Subklasse für dich gilt. Die meisten berechtigten Pässe laufen über Subclass 417 (Working Holiday), darunter der deutsche. Andere laufen über Subclass 462 (Work and Holiday), die zusätzlich einen Studiennachweis verlangen kann. Der Check oben ist dein Ausgangspunkt.
Stell die Unterlagen zusammen und beantrage online im ImmiAccount. Einen anderen Weg gibt es nicht. Wie die acht Bildschirme aussehen und wo Leute hängenbleiben, steht weiter unten Schritt für Schritt.
Regel Flug und Unterkunft, sobald du genehmigt bist. Sydney und Melbourne sind die wichtigsten Einreiseorte. Mehr zu Tickettypen und Timing steht in unserem Flug-Guide.
Halte deinen TFN-Antrag bereit, bevor du landest. Du kannst die Tax File Number sofort bei Ankunft beantragen. Ohne sie wirst du bis zur Klärung mit dem höchsten Satz besteuert. Unser TFN- & IRD-Nummer-Guide zeigt dir die genauen Schritte und wie lange es dauert.
Regel Bankkonto und SIM-Karte in deinen ersten Tagen. Deine Bank braucht für die Verifizierung eine lokale Nummer. Wie du beides ohne Abzocke erledigst, steht in unserem Banking-Guide und SIM-Karten-Guide.
Der Antrag im ImmiAccount, Schritt für Schritt
Acht Bildschirme, ein Konto und eine Handvoll Stellen, an denen es regelmäßig klemmt.
Beantragt wird ausschließlich online, im ImmiAccount des Department of Home Affairs. Es gibt kein Papierformular, keine Botschaftstermine und keinen Vermittler, der dir das abnehmen müsste. Die Oberfläche ist durchgehend auf Englisch, auch wenn du aus Deutschland beantragst. Wir lassen die Bezeichnungen deshalb im Original stehen, damit du sie auf dem Bildschirm wiederfindest.
Konto anlegen
Auf „Create an ImmiAccount“ klicken und den Typ „Individual“ wählen, nicht „Organisation“. Der Ablauf ist immer gleich: E-Mail-Adresse eingeben, den zugeschickten Bestätigungscode eintragen, Nutzerdaten ausfüllen, dann Kontodaten samt Nutzungsbedingungen und Robot-Häkchen. Danach zwingt dich das System durch die Zwei-Faktor-Anmeldung. Ab dann brauchst du bei jedem Login einen sechsstelligen Code, also richte sie auf dem Handy ein, das du auch mit nach Australien nimmst.
Unterlagen scannen, bevor du das Formular öffnest
Vom Pass brauchst du die Seiten mit Foto, Personalien sowie Ausstellungs- und Ablaufdatum. Dazu die Geburtsurkunde, auf der beide Elternteile stehen, und bei einer Namensänderung die Heirats-, Scheidungs- oder Änderungsurkunde. Alles wird farbig gescannt, und ein mehrseitiges Dokument gehört in eine einzige Datei. Beglaubigen musst du gar nichts. Das ist der teure Umweg, den trotzdem viele gehen.
Übersetzungen richtig machen
Alles, was nicht auf Englisch ist, brauchst du übersetzt, und Original und Übersetzung gehen beide mit in den Antrag. Für Übersetzerinnen und Übersetzer außerhalb Australiens gibt es keine Akkreditierungspflicht. Sie müssen aber auf jeder Übersetzung ihren vollen Namen, Adresse und Telefonnummer sowie ihre Qualifikation angeben, und das auf Englisch. Fehlt dieser Block, ist die Übersetzung formal unbrauchbar, egal wie gut sie ist.
„New Application“ starten
Nach dem Login wählst du „New Application“, dann in der Liste die Working-Holiday-Kategorie, und bestätigst die Bedingungen. Direkt danach auf „Save“ gehen. Ein gespeicherter Antrag lässt sich jederzeit über das Plus-Symbol und „Edit“ wieder öffnen, und du musst nicht in einer Sitzung durchkommen.
Das Formular ausfüllen
Zwei Angaben verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens dein Standort: Du musst dich beim Antrag außerhalb Australiens befinden und auch noch bei der Entscheidung, und du musst den Standort korrekt angeben. Zweitens die Fragen zu Gesundheit und Leumund. Anzugeben ist jede laufende Anklage und jede Verurteilung, in jedem Land. Am Ende bestätigst du das Australian Values Statement.
Dokumente anhängen
Der Bildschirm heißt „Attach documents“ und arbeitet immer in derselben Reihenfolge: Person wählen, Grund wählen, Dokumententyp aus der Auswahlliste wählen, „Browse“, dann „Attach“. Ein grüner Haken heißt, dass die Datei angekommen ist. Passt ein Dokument in keine Kategorie, nimmst du „Other Documents“. Es gilt ein Limit von 60 Dokumenten pro Person, Fotos zwischen 70 KB und 3,5 MB, andere Dateien bis 5 MB.
Der Klassiker: Verschlüsselte oder schreibgeschützte PDFs nimmt ImmiAccount nicht an. Genau so kommen Kontoauszüge aus vielen Onlinebanking-Portalen. Ausdrucken und neu einscannen löst es in zwei Minuten, und die Fehlermeldung sagt dir das nicht.
Bezahlen
Die Zahlung ist der letzte Schritt im Formular, und vorher passiert nichts: Home Affairs bearbeitet deinen Antrag erst, wenn das Geld da ist. Es gehen Kredit- und Debitkarte, PayPal, UnionPay und BPAY. Auf Karten liegt ein Zuschlag von 1,40 Prozent, die Karte muss 3-D Secure können, und der ganze Betrag muss in einer einzigen Transaktion durchgehen. Am Tageslimit der Karte scheitert das öfter, als man denkt. Sag deiner Bank vorher Bescheid, sonst wird die Zahlung als Betrugsverdacht abgelehnt. Und geh nicht über „Manage Payments“, das ist nur für Papieranträge. Notier dir am Ende die Transaction Reference Number.
Warten, ohne etwas zu buchen
Ob du eine Gesundheitsuntersuchung brauchst, siehst du im ImmiAccount unter „View health assessment“. Steht dort ein Link namens „Organise health examinations“, brauchst du eine, und du bekommst eine HAP-ID für den Termin. Steht dort keiner, brauchst du keine. Biometrie kann ebenfalls nachgefordert werden. Home Affairs warnt derzeit selbst vor längeren Bearbeitungszeiten und sagt es deutlich: Buch keine Reise, bevor die Genehmigung schriftlich da ist.
Diese Schritte folgen den offiziellen ImmiAccount-Hilfeseiten von Home Affairs, Stand 4. September 2026. Screenshots zeigen wir bewusst nicht: Die Bildschirme hinter dem Login ändern sich häufiger als die Abläufe, und ein zwei Jahre alter Screenshot verwirrt mehr, als er hilft.
Was du vor dem Antrag brauchst
Alles, was das Department of Home Affairs von dir sehen will. Hak ab, was erledigt ist. Die Liste bleibt in deinem Browser gespeichert, du kannst also später weitermachen.
Deine Ausweisdokumente
0 von 4 erledigtGeld, das du nachweisen musst
0 von 2 erledigtGesundheit und Führungszeugnis
0 von 4 erledigtNur bei der Unterklasse 462
0 von 4 erledigtWelches Visum für dich gilt, hängt an deinem Pass. Beim 417er kannst du diese Gruppe überspringen.
Kurz vor dem Absenden
0 von 5 erledigtRegeln ändern sich, und die Gebühr wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst. Gleich alles hier mit der offiziellen Seite zur Unterklasse 417 oder Unterklasse 462 ab, bevor du dich darauf verlässt.
Geldnachweis: was durchgeht und was Rückfragen auslöst
Home Affairs nennt eine Zahl und lässt den Rest offen. Hier ist, was in der Praxis daran hängt.
Die Vorgabe selbst ist kurz. Du musst zeigen, dass du dich in Australien selbst versorgen kannst, und das sind üblicherweise rund AUD 5.000. Dazu kommt das Geld für den Rück- oder Weiterflug, oder gleich das Ticket. Die 5.000 sind also nicht die Summe, sondern der Anfang.
Einen Satz sagt Home Affairs dazu sehr deutlich: Häng den Nachweis direkt an den Antrag. Fehlt er, muss dich jemand anschreiben und nachfordern, und genau das ist eine der häufigsten Ursachen für eine Bearbeitung, die sich hinzieht. Eine offizielle Liste akzeptierter Dokumente gibt es nicht. Es gibt aber eine ziemlich klare Liste von Eigenschaften, die ein Auszug haben muss, damit jemand ihn abhaken kann statt nachzufragen.
| Geht durch | Löst Rückfragen aus |
|---|---|
| Dein Name auf dem Auszug, geschrieben wie im Pass | Ein Handy-Screenshot, auf dem nur eine Zahl steht |
| Die Bank erkennbar, mit Kontonummer oder IBAN | Ein Konto, das deinen Eltern gehört |
| Kontostand und Datum, wenige Tage vor dem Antrag | Ein Kreditkartenrahmen statt echtem Guthaben |
| Farbscan, mehrseitig als eine einzige Datei | Ein passwortgeschütztes PDF aus dem Onlinebanking |
| Englische Übersetzung mit den Angaben zur Übersetzung | Ein Depotauszug, dessen Wert sich täglich ändert |
Die rechte Spalte ist unsere Lesart, keine amtliche Ausschlussliste. Home Affairs veröffentlicht keine. Trotzdem hat jeder Punkt darin dasselbe Ergebnis: Er zwingt jemanden dazu, nachzufragen. Ein Depot ist kein verfügbares Geld, ein Kreditrahmen ist geliehen, und ein Screenshot ohne Namen belegt gar nichts. Wenn dein Geld gerade in Aktien oder Festgeld steckt, löse rechtzeitig auf und lass es ein paar Tage auf dem Girokonto liegen, bevor du den Auszug ziehst.
Was das Ausreiseticket angeht, hast du die Wahl. Entweder du weist zusätzliches Geld dafür nach, oder du hängst das gebuchte Ticket an. Ein One-Way-Flug nach Sydney und ein Kontostand von exakt AUD 5.000 sind die Kombination, die am ehesten eine Nachfrage produziert.
Häufige Fehler bei der Antragstellung
Die Stolperfallen, die wir immer wieder sehen. Alle fünf werden vor dem Absenden entschieden.
Subclass 417 beantragen, obwohl du eigentlich 462 brauchst, oder umgekehrt. Die beiden sind nicht austauschbar. Prüf vor der Zahlung, für welche dein Pass berechtigt ist. Der deutsche berechtigt zum 417er.
Die Studienanforderung beim 462er unterschätzen. Fällt dein Pass unter Subclass 462, brauchst du meist einen Hochschulabschluss oder mindestens zwei Jahre einschlägiges Studium. Verlangt wird ein Nachweis, nicht eine Angabe.
Glauben, es gäbe ein Kontingent fürs 417er. Gibt es nicht. Jahreskontingente und Losverfahren betreffen ausschließlich die Unterklasse 462, deren Kontingentländer am 2. Juli ins neue Programmjahr starten. Mit deutschem Pass beantragst du das 417er und stehst in keiner Schlange. Früh beantragen lohnt trotzdem, denn Home Affairs warnt aktuell selbst vor längeren Bearbeitungszeiten.
Die Tage für die „Specified Work“ nicht dokumentieren. Ist ein zweites Jahr Teil deines Plans, brauchst du im ersten Jahr 88 Kalendertage berechtigte Regionalarbeit. Heb jede Gehaltsabrechnung ab dem ersten Tag auf. Unser Guide zu Farmarbeit & 88 Tagen Regionalarbeit erklärt berechtigte Branchen, Postleitzahlen und wie du deine Tage nachweist.
Davon ausgehen, dass jede Reiseversicherung reicht. Manche Policen schließen körperliche Arbeit und Arbeit im Freien komplett aus, also genau das, was viele Working-Holiday-Jobs sind. Prüf das vor dem Kauf und nicht erst, wenn eine Erstattung abgelehnt wird. Was eine Police wirklich braucht, steht in unserem Guide zur Work and Travel Versicherung.
Reist du allein? Unser Guide zur Sicherheit für Alleinreisende deckt Unterkunft, Transport und Farmarbeit speziell fürs Alleinreisen in Australien ab.
Ob während deines Jahres in Australien noch Kindergeld fließt, hängt nicht am Visum, sondern am deutschen Steuerrecht: Die Regeln und die vier echten Ausnahmen stehen in unserem Guide zum Kindergeld bei Work and Travel.
Woran Anträge wirklich scheitern
Nicht am Formular. An vier Dingen, die alle vor dem Absenden feststehen.
Die Charakterprüfung. Sie steht in Section 501 des Migration Act, und sie ist der Grund, aus dem im Formular so ausführlich nach Strafsachen gefragt wird. Anzugeben ist jede laufende Anklage und jede Verurteilung, aus jedem Land. Home Affairs kann danach ein Führungszeugnis, das Formular 80 oder eine Charaktererklärung nachfordern. Aus Deutschland heraus heißt das: Ein Führungszeugnis holst du erst, wenn es angefordert wird, und nicht vorsorglich. Wer seit dem 16. Geburtstag und innerhalb der letzten zehn Jahre insgesamt zwölf Monate oder länger in Australien war, braucht zusätzlich ein Zeugnis der Australian Federal Police, und zwar in der Variante „complete disclosure“. Zeugnisse einzelner Bundesstaaten werden nicht akzeptiert.
Die Gesundheitsanforderung. Die meisten Working-Holiday-Anträge kommen ganz ohne Untersuchung aus. Ob deiner eine braucht, hängt an der geplanten Aufenthaltsdauer, an dem, was du in Australien vorhast, an dem Land, aus dem du beantragst, und an Vorerkrankungen. Beurteilt wird das Ergebnis von einem Medical Officer of the Commonwealth, und der darf ausschließlich die medizinische Lage bewerten. Dass du privat versichert bist oder eine Behandlung selbst zahlen könntest, fließt in seine Einschätzung ausdrücklich nicht ein.
Falsche oder bearbeitete Unterlagen. Das ist der härteste Punkt und gleichzeitig der am leichtesten vermeidbare. Home Affairs sagt inzwischen ausdrücklich, dass es unzulässig ist, Dokumente digital zu verändern, und nennt dabei auch KI-Werkzeuge beim Namen. Wer gefälschte Unterlagen einreicht, riskiert die Ablehnung, die Annullierung eines bereits erteilten Visums, Beschränkungen für künftige Anträge und ein Strafverfahren. Section 234 des Migration Act sieht dafür bis zu zehn Jahre Haft vor. Das gilt auch für den nachträglich „korrigierten“ Kontostand, den jemand für eine Kleinigkeit hält.
Formale Ausschlüsse. Vier Punkte, an denen es unabhängig von allem anderen endet: Du bist schon einmal mit einem 417er oder 462er nach Australien eingereist. Du bist bei der Entscheidung im Land, obwohl du beim ersten Visum draußen sein musst. Du oder ein Familienmitglied schuldet der australischen Regierung Geld. Oder dir wurde früher ein Visum annulliert oder ein Antrag abgelehnt.
Zweites und drittes Jahr: die echten Bedingungen
88 Tage klingt nach einer Bedingung. Es sind zwei, und an der zweiten scheitern die meisten.
Für ein zweites Jahr verlangt Home Affairs drei Monate Specified Work, für ein drittes sechs. Gerechnet wird in Kalendertagen: 88 Tage fürs zweite Visum, 179 fürs dritte, Wochenenden und Ruhetage eingerechnet.
Und hier hört fast jede Erklärung im Netz auf. Die Kalendertage sind nur die halbe Bedingung. Du musst in diesem Zeitraum außerdem so viele Arbeitstage geleistet haben, wie eine Vollzeitkraft in derselben Rolle und Branche in 88 Tagen leisten würde. Home Affairs führt dafür ein eigenes Beispiel: Kim arbeitet drei Monate lang zwei Tage pro Woche im Weinbau, korrekt bezahlt, in einer berechtigten Branche. Der Zeitraum stimmt, die Zahl der Arbeitstage nicht. Sie erfüllt die Bedingung nicht.
In die andere Richtung ist das System großzügig. Du darfst die Tage strecken, auf mehrere kurze Jobs verteilen und bei verschiedenen Arbeitgebern sammeln, solange am Ende das Vollzeitäquivalent zusammenkommt. Nur kürzer als drei beziehungsweise sechs Kalendermonate darf der Gesamtzeitraum nicht sein, egal wie viel du arbeitest.
| Vergleich | Erstes Visum | Zweites Visum | Drittes Visum |
|---|---|---|---|
| Gebühr | AUD 840 | AUD 1.000 | AUD 1.000 |
| Regionalarbeit davor | keine | 88 Kalendertage | 179 Kalendertage |
| Wann die Arbeit zählt | entfällt | während des ersten Visums | während des zweiten, und am oder nach dem 1. Juli 2019 |
| Antrag von | nur außerhalb Australiens | im Land oder außerhalb | im Land oder außerhalb |
| Britischer Pass | wie alle anderen | keine Regionalarbeit nötig | keine Regionalarbeit nötig |
Nachweisen musst du jeden Zeitraum, den du angibst, und zwar lückenlos. Home Affairs akzeptiert dafür Gehaltsabrechnungen, australische Kontoauszüge, die den Zeitraum abdecken, eine unterschriebene Akkordvereinbarung mit Stücklohn und Messgrundlage, Payment Summaries, Steuererklärungen, Arbeitgeberreferenzen und schriftliche Vereinbarungen über zulässige Lohnabzüge. Dahinter steht ein Satz, den man ernst nehmen sollte: Home Affairs kann deine Arbeitgeber kontaktieren und deine Angaben überprüfen.
Unbezahlte Arbeit zählt in genau einem Fall, nämlich bei Aufräum- und Wiederaufbauarbeit in erklärten Buschfeuer- oder Katastrophengebieten. Dafür brauchst du ein unterschriebenes Schreiben deiner Koordination mit deinen Personalien samt Passnummer, der Tätigkeit, dem Ort samt Postleitzahl und der Anzahl der Tage. WWOOF, HelpX und andere Kost-und-Logis-Modelle zählen nicht, so gut die Erfahrung auch sein mag.
Welche Branchen und welche Postleitzahlen gerade gelten, prüfst du im 88-Tage-Check. Wie Farmarbeit in der Praxis läuft, von der Jobsuche bis zur Abrechnung, steht in unserem Guide zu Farmarbeit und den 88 Tagen. Und wann welche Region erntet, zeigt der Erntekalender.
Häufige Fragen
Kurze Antworten auf die Fragen, die uns zum Working-Holiday-Visum für Australien am häufigsten gestellt werden.
Wie alt darf ich für Work and Travel in Australien sein?
Mit deutschem Pass 18 bis 35 Jahre, seit dem 1. Juli 2026. Vorher lag die Grenze bei 30. Dieselbe Anhebung gilt für Zypern, Finnland und Südkorea. Entscheidend ist dein Alter am Tag der Antragstellung: Die Frist endet um 23:59 Uhr australischer Ostküstenzeit am Tag vor deinem 36. Geburtstag. Wirst du zwischen Antrag und Entscheidung 36, kann Home Affairs trotzdem genehmigen.
Was kostet das Working-Holiday-Visum für Australien 2026?
AUD 840 für das erste Visum, AUD 1.000 für ein zweites oder drittes. Gesundheitsuntersuchungen, Führungszeugnisse und Biometrie werden getrennt abgerechnet, ebenso ein Kartenzuschlag von 1,40 Prozent. Die Gebühr wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst, und Home Affairs setzt seine Wechselkurse zum 1. Januar und 1. Juli neu.
Welchen Geldnachweis akzeptiert Home Affairs?
Verlangt werden üblicherweise rund AUD 5.000 plus das Geld für den Ausreiseflug, belegt durch einen Kontoauszug. Brauchbar ist ein Auszug, auf dem dein Name wie im Pass steht, die Bank samt Kontonummer erkennbar ist und Kontostand und Datum draufstehen. Scanne ihn farbig, häng ihn direkt an den Antrag und übersetze ihn ins Englische. Verschlüsselte PDFs aus dem Onlinebanking nimmt ImmiAccount nicht an.
Was ist der Unterschied zwischen dem 417- und dem 462-Visum?
Die Unterklasse 417 (Working Holiday) gilt für die meisten berechtigten Länder, darunter Deutschland. Die Unterklasse 462 (Work and Holiday) gilt für andere und verlangt oft einen Studienabschluss oder mindestens zwei Jahre Studium, dazu manchmal ein Behördenschreiben oder einen Platz im Losverfahren. Austauschbar sind die beiden nicht. Prüf vor der Gebührenzahlung, für welche dein Pass berechtigt ist.
Wie viel Geld brauche ich für das Working-Holiday-Visum Australien?
Rund AUD 5.000 an verfügbaren Mitteln, plus das Geld für den Rück- oder Weiterflug. Alternativ hängst du das gebuchte Ticket an.
Kann ich für ein zweites oder drittes Jahr in Australien bleiben?
Ja. Mit 88 Kalendertagen berechtigter Regionalarbeit im ersten Jahr schaltest du ein zweites Visumjahr frei, mit 179 Tagen im zweiten Jahr ein drittes. Die Kalendertage sind dabei nur die halbe Bedingung: Du musst in diesem Zeitraum auch so viele Arbeitstage geleistet haben wie eine Vollzeitkraft in derselben Rolle. Heb ab dem ersten Tag deine Gehaltsabrechnungen auf.
Brauche ich für das Working-Holiday-Visum Australien eine Reiseversicherung?
Sie wird dringend empfohlen, ist aber anders als in Neuseeland keine Visumsbedingung. Niemand hält dich ohne Police am Flughafen auf, und genau darin liegt das Risiko: Für jede Behandlung haftest du selbst. Deutschland steht außerdem nicht auf Australiens Liste der Länder mit Gesundheitsabkommen, du hast also keinen Medicare-Zugang. Achte auf Policen, die körperliche Arbeit oder Arbeit im Freien ausschließen.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Working-Holiday-Visums Australien?
Home Affairs warnt derzeit selbst vor längeren Bearbeitungszeiten, weil sehr viele Anträge eingehen, und nennt keine feste Dauer. Länger dauert es vor allem dann, wenn das Formular unvollständig ist, Unterlagen fehlen oder Angaben überprüft werden müssen. Buche deine Reise erst, wenn die Genehmigung schriftlich vorliegt.
Work and Travel Australien nach Nationalität
Dein Pass entscheidet über Subklasse, Altersgrenze und Versicherungslage. Fang mit deinem an.
| Pass | Visum | Alter | Plätze pro Jahr | Gebühr | 2. Jahr | 3. Jahr | Medicare |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutsche | 417 | 18–35 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Briten | 417 | 18–35 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Ja |
| Iren | 417 | 18–35 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Ja |
| Franzosen | 417 | 18–35 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Kanadier | 417 | 18–35 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Amerikaner | 462 | 18–30 | kein Kontingent, ganzjährig offen | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Niederländer | 417 | 18–30 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Ja |
| Italiener | 417 | 18–35 | unbegrenzt | AU$840 | Ja | Ja | Ja |
| Spanier | 462 | 18–30 | 3.400 Erstvisa pro Jahr; Programmjahr ab 2. Juli | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Japaner | 417 | 18–30 | kein Kontingent, ganzjährig offen | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Taiwaner | 417 | 18–30 | kein Kontingent, ganzjährig offen | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Hongkong | 417 | 18–30 | kein Kontingent, ganzjährig offen | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Chilenen | 462 | 18–30 | 3.400 Erstvisa pro Jahr; Programmjahr ab 2. Juli | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Argentinier | 462 | 18–30 | 3.400 Erstvisa pro Jahr; Programmjahr ab 2. Juli | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
| Tschechen | 462 | 18–30 | 500 Erstvisa pro Jahr; Programmjahr ab 2. Juli | AU$840 | Ja | Ja | Nein |
Gebühren und Kontingente ändern sich, meist zum 1. Juli. Prüf vor dem Antrag die offizielle Quelle.
Für Deutsche
Das 417-Visum bis 35, kein Kontingent und der Weg zum zweiten und dritten Jahr.