Kostenlose Lebenslauf-Vorlage fürs Work and Travel in Australien & Neuseeland
Der Lebenslauf ist das Erste, was beim Work and Travel schiefgeht. Du landest, druckst zwanzig Kopien von dem CV, der zu Hause immer funktioniert hat, trägst sie in Cafés und Hostels, und es kommt nichts zurück. Meistens liegt das nicht an deiner Erfahrung. Ein deutscher, österreichischer oder schweizer Lebenslauf sieht für einen australischen oder neuseeländischen Arbeitgeber sofort fremd aus: zu lang, Foto oben, Geburtsdatum, drei Seiten Formatierung, nach denen niemand gefragt hat. Unsere kostenlose CV- und Anschreiben-Vorlage ist schon im lokalen Format und kommt als PDF und Word-Datei per E-Mail. Der Rest dieser Seite erklärt, was in welchen Abschnitt gehört, damit du sie ausfüllst statt zu raten.
Die kostenlose CV- und Anschreiben-Vorlage
Schon im australischen und neuseeländischen Format, damit du ausfüllst statt vor einem leeren Blatt zu sitzen.
Es ist ein einseitiger, umgekehrt chronologischer CV mit den Abschnitten in der Reihenfolge, die Arbeitgeber dort erwarten: Kontaktdaten, ein kurzes Profil mit deiner Visumszeile, Berufserfahrung, Kenntnisse und Zertifikate, Ausbildung, Referenzen. Kein Feld fürs Foto, keins fürs Geburtsdatum, keins für die persönlichen Daten, wegen denen ein deutscher Lebenslauf dort aussortiert wird. Dazu kommt ein kurzes Anschreiben für Gastro und Retail, an dem du pro Laden drei Zeilen änderst.
Du bekommst beides als PDF zum Ausdrucken und Abgeben und als Word-Datei zum Bearbeiten. Der Versand läuft per E-Mail, weil die Vorlage das Dankeschön fürs Newsletter-Abo ist. Das Ausfüllen dauert einen Nachmittag. Was in welchen Abschnitt gehört, steht weiter unten auf dieser Seite.
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Wie sich ein CV in Australien und Neuseeland von deinem unterscheidet
Der größte Teil der Arbeit besteht aus Weglassen, gerade wenn du aus dem deutschsprachigen Raum kommst.
Kein Foto. Nicht oben, nicht in der Ecke, auch kein „professionelles" Bewerbungsfoto. Bei uns Standard, dort unerwünscht.
Kein Geburtsdatum, kein Alter. Ebenso kein Geschlecht, kein Familienstand, keine Staatsangehörigkeit, keine Religion, kein Passfoto. Wer deine Arbeitserlaubnis genauer braucht, fragt danach, wenn er dich haben will.
Eine Seite für Gelegenheitsjobs. Zwei, wenn du dich auf einen qualifizierten Job bewirbst. Der Café-Besitzer liest zwischen zwei Kaffees einen ganzen Stapel durch.
Eine Vorlage im Landesformat schlägt eine schöne Designvorlage. Fang mit etwas an, das schon australisch bzw. neuseeländisch aufgebaut ist, zum Beispiel unserer kostenlosen Vorlage oben. Dann geht deine Zeit in die Formulierungen statt in die Ränder.
Umgekehrt chronologisch. Der letzte Job zuerst, dann rückwärts. Kompetenzbasierte Lebensläufe ohne klare Zeitangaben wecken den Verdacht, dass du etwas verbirgst.
Ein kurzes Kurzprofil ganz oben. Drei bis vier Zeilen: wer du bist, was du suchst und wie lange du da bist. Kein Absatz voller Adjektive.
Schlichte, gut lesbare Gestaltung. Eine saubere Schrift, klare Überschriften, genug Weißraum, schwarz auf weiß. Keine Spalten, Seitenleisten, Skill-Balken oder Farbflächen. Die drucken schlecht und irritieren die Bewerbersysteme größerer Arbeitgeber.
Die sechs Abschnitte eines australischen oder neuseeländischen CV, in der richtigen Reihenfolge
Diese Reihenfolge ist in beiden Ländern Standard, und die Vorlage ist bereits so aufgebaut. Werde hier nicht kreativ.
Kontaktdaten. Name, lokale Handynummer, eine seriöse E-Mail-Adresse und die Stadt oder der Stadtteil, in dem du bist. Mehr nicht. Keine vollständige Anschrift, kein Geburtsdatum, keine Pass- oder Steuernummer. Eine lokale SIM-Karte in den ersten Tagen ist hier wichtiger, als die meisten denken: Wer für Schichten einstellt, ruft an, und viele wählen keine ausländische Nummer.
Kurzprofil (Personal Statement). Drei bis vier Zeilen, zugeschnitten auf die Art von Job. Was du gemacht hast, was du suchst, dein Visum und wie lange du bleiben kannst. Den letzten Punkt lassen die meisten weg. „Hospitality all-rounder with three years' bar and floor experience in Berlin. Working Holiday Visa holder, eligible to work in Australia until March 2027. Based in Melbourne, available immediately, happy with nights and weekends."
Berufserfahrung. Umgekehrt chronologisch. Pro Station: Jobtitel, Arbeitgeber, Stadt und Land, Monat/Jahr bis Monat/Jahr, dann zwei bis drei Stichpunkte zur Tätigkeit. Beschreibe die Arbeit, nicht die Firma. Niemand in Christchurch weiß, was Edeka oder Lidl ist, aber „supermarket, 400+ customers a day, cash and card handling" versteht jeder.
Kenntnisse & Zertifikate. Die konkreten. Barista-Erfahrung und an welcher Maschine, RSA- oder RSG-Zertifikat, White Card, Staplerschein, Hygieneschulung, Erste Hilfe, Führerschein, Sprachen, alles Handwerkliche. Schreib beim Führerschein dazu, ob du Schaltgetriebe fährst, denn auf Farmen zählt das. Diesen Abschnitt überfliegen Gastro- und Farmarbeitgeber am gründlichsten.
Ausbildung. Kurz halten. Abschluss, Institution, Jahr. Und übersetze ihn in etwas Verständliches. Eine Ausbildung, ein Fachabitur oder ein Matura-Abschluss sagen dort niemandem etwas, also schreib in einem Halbsatz auf Englisch dazu, was es ist. Abi-Noten lässt du weg, außer du kommst direkt von der Schule.
Referenzen. In Australien ist „References available on request" am Ende der Standard. In Neuseeland nennst du zwei Referenzpersonen mit Position und Kontaktdaten, warum, steht im nächsten Abschnitt. Vorher fragen, und neben der Telefonnummer auch eine E-Mail angeben, wegen der Zeitverschiebung.
Australien vs. Neuseeland: die Unterschiede, die zählen
Das Format ist praktisch identisch. Die Schwerpunkte nicht.
Neuseeland: Referenzen wiegen wirklich schwer
Wie stark neuseeländische Einstellungen an Referenzen hängen, überrascht die meisten. Es ist üblich, zwei Referenzpersonen mit Name, Position und Kontaktdaten direkt in den CV zu schreiben statt sie zurückzuhalten. Und sie werden tatsächlich angerufen. „Kiwi experience" wirst du oft hören: Das ist weniger Abschottung als der Wunsch der Arbeitgeber, dass jemand vor Ort für dich bürgt. Deshalb ist der erste Job wichtiger, als die Bezahlung vermuten lässt: Sobald ein neuseeländischer Arbeitgeber ein Gespräch über dich führt, wird der zweite Job deutlich leichter. Wo du den ersten findest, steht im Neuseeland-Jobguide.
Australien: Zertifikate und Verfügbarkeit
Australische Arbeitgeber für Gelegenheitsjobs suchen zwei Dinge: ob du den Schein, den der Job rechtlich braucht, schon hast, und wie viel vom Dienstplan du abdecken kannst. Ein RSA-Zertifikat überall, wo Alkohol ausgeschenkt wird, RSG für Gaming-Bereiche, eine White Card für jede Baustelle. Wer die vor der Bewerbung hat, steht über allen, die es noch nicht erledigt haben, und günstig und schnell zu bekommen sind sie auch. Danach: Verfügbarkeit, Abende, Wochenenden und wie lange du bleibst, klar hinschreiben. Welche Zertifikate welche Branche erwartet, steht im Australien-Jobguide. Kosten und Format je Bundesstaat stehen im RSA- & RCG-Guide.
„CV" oder „resume"?
Beides sind englische Begriffe für dasselbe ein- bis zweiseitige Dokument. Keiner davon meint einen Lebenslauf im deutschen Sinn. Neuseeland sagt fast ausnahmslos CV. In Australien sind beide Wörter üblich, viele Anzeigen fragen nach einem resume, viele nach einem CV. Denk nicht zu lange darüber nach: Übernimm einfach das Wort aus der Stellenanzeige, wenn du antwortest, und nenn die Datei Anna-Schmidt-CV.pdf statt lebenslauf_final_v3.pdf.
Schreibweise und kleine lokale Details
Beide Länder nutzen britisches Englisch: organised, specialised, centre, labour, programme. Stell die Dokumentsprache auf „Englisch (Australien)" bzw. „Englisch (Neuseeland)", damit die Autokorrektur nicht auf amerikanisch umstellt. Datumsangaben als 12 March 2026, die lokale Handynummer ohne Ländervorwahl, und falls du überhaupt Beträge nennst, dann in AUD oder NZD statt in Euro. Kleinigkeiten. Sie entscheiden trotzdem, ob der CV lokal wirkt oder wie eine Kopie von zu Hause.
Die typischen Working-Holiday-Probleme, und wie du sie löst
Jeder Backpacker-CV stolpert über dieselben vier Punkte. Keiner davon ist ein Ausschlusskriterium.
„Mein Visumsstatus"
Schreib ihn einmal, klar, weit oben: Working Holiday Visa holder, eligible to work in Australia until March 2027. Die allererste Frage jedes Arbeitgebers bei einem Backpacker ist, ob er dich legal einstellen darf und wie lange du bleibst. Wer das in den ersten fünf Sekunden beantwortet, landet nicht auf dem Stapel, der vorsichtshalber aussortiert wird. Nenn den Monat, bis zu dem du arbeiten kannst: An dieser Zahl entscheidet sich, ob sich die Einarbeitung lohnt. Die genauen Bedingungen und das Enddatum stehen in deinem eigenen Grant Letter; was dein Subclass erlaubt, findest du im Australien-Visaguide. Schick niemals einen Scan des Grant Letters oder deines Reisepasses mit einer Bewerbung.
„Meine Jobs sind alle kurz und im Ausland"
Fass sie ehrlich zusammen, statt sie zu verstecken. Saison- und Gelegenheitsarbeit ist in genau den Branchen, auf die du dich bewirbst, völlig normal. Schlecht wirken unerklärte Lücken, nicht kurze Verträge. Vier Sommer im selben Restaurant schreibst du als einen Eintrag mit den Saisons dahinter. Und wenn du wirklich oft gewechselt hast, beginne jeden Stichpunkt mit dem, was du dabei gelernt hast, statt mit der Dauer. Von jemandem, der ein Jahr unterwegs ist, erwartet man einen Flickenteppich.
„Ich habe keine Erfahrung vor Ort"
Hatte am ersten Tag niemand. Übersetze, was du mitbringst: Beschreibe die Tätigkeit statt eine Kette zu nennen, die dort keiner kennt, mach aus Umsätzen und Gästezahlen verständliche Größenordnungen und stell nach vorne, was übertragbar ist: Kasse, Kundenkontakt, Lebensmittelhygiene, 5-Uhr-Schichten, Arbeit draußen bei Hitze, selbstständiges Arbeiten, Ruhe bewahren im Stress. Und dann schließ die Lücke persönlich. Gib den CV dort, wo die Branche es erwartet, direkt ab, denn in Gastro und Retail schlägt ein Gesicht zum Papier jede E-Mail.
„Ich habe noch keine Adresse und kein Konto"
Beides brauchst du im CV nicht. Stadt oder Stadtteil reicht, und niemand erwartet von einem Backpacker einen Mietvertrag. Was du brauchst, bevor du dich bewirbst, ist eine lokale Handynummer, und vor der ersten Lohnzahlung ein lokales Bankkonto. Beides ist Admin für die erste Woche. Wie du das in ein, zwei Tagen erledigst, steht in unserem Banking-Guide und im SIM-Karten-Guide.
Worauf die einzelnen Branchen wirklich achten
Gastronomie. An welcher Kaffeemaschine du gearbeitet hast und wie viele Gäste du gewohnt bist, RSA/RSG wenn Alkohol oder Gaming im Spiel ist, und Verfügbarkeit abends und am Wochenende. In Melbourne stellst du Barista-Erfahrung über alles andere. Das ist dort die wertvollste Zeile im ganzen CV.
Farm- und Regionalarbeit. Körperliche Arbeit in der Vergangenheit, ob du Schaltgetriebe fährst, Maschinen und Scheine, dazu Startdatum und Bleibedauer. Farmen stellen mehr nach Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit ein als nach CV. Eine Seite mit einer Telefonnummer schlägt trotzdem den, der ohne alles auftaucht. Wenn du aufs zweite Visumsjahr hinarbeitest, steht das Nötige in unserem Guide zu Farmarbeit & 88 Tagen.
Einzelhandel. Kundenkontakt, Kasse und Bargeld, Warenverräumung, und wie viele Stunden pro Woche du willst. Schreib klar, ob du Vollzeit oder ein paar Schichten suchst: Retail-Manager bauen einen Dienstplan, keine Karriereleiter.
Lager, Bau und Hilfsarbeit. Zuerst die Scheine: White Card, Stapler, jede handwerkliche Qualifikation. Danach körperliche Vorerfahrung, Schichtverfügbarkeit inklusive Nachtschicht, und ob du ein eigenes Auto und Sicherheitsschuhe hast.
Typische Fehler von Backpackern
Jeden davon haben wir selbst gemacht oder in einem Hostel voller Leute beobachtet.
Den deutschen Lebenslauf unverändert verschicken. Foto, Geburtsdatum, Familienstand, vier Seiten, Europass-Vorlage. Der mit Abstand häufigste Grund, warum ein guter Bewerber keine Antwort bekommt.
Keine lokale Handynummer. Arbeitgeber für Gelegenheitsjobs rufen an, sie schreiben keine E-Mails, und die meisten wählen keine Auslandsnummer. Ein CV mit einer +49-Nummer wird nicht nachverfolgt.
Das Visum ganz weglassen. Dann muss der Arbeitgeber raten, ob du legal arbeiten darfst und wie lange du bleibst. Die meisten raten nicht, sondern legen weg.
Ein Standard-CV an alle per Mail. Dreißig identische PDFs an dreißig Cafés bringen weniger als acht angepasste, die du persönlich abgibst. Passe mindestens das Kurzprofil an.
Referenzen, die niemand erreicht. Ein alter Chef in Deutschland, der kein Englisch spricht, nichts davon weiß und schläft, wenn der Anruf kommt, ist schlechter als gar keine Referenz. Vorher fragen, Bescheid geben, E-Mail-Adresse dazu.
Ein Kurzprofil nur aus Adjektiven. „Passionate, hard-working team player with excellent communication skills" sagt nichts. Was du gemacht hast, was du suchst und wie lange du da bist, sagt alles.
Steuer- oder Ausweisnummern hineinschreiben. Deine TFN in Australien oder IRD-Nummer in Neuseeland bekommt der Arbeitgeber nachdem du eingestellt bist, über das richtige Formular. Nie auf einem CV, den du auf zwanzig Theken liegen lässt. Für Passnummern gilt dasselbe.
Eine Word-Datei oder ein Foto vom Ausdruck schicken. Exportiere als PDF, damit das Layout hält, benenne die Datei mit deinem echten Namen und halte sie unter ein paar Megabyte.
Häufige Fragen
Die Fragen, die uns zum CV fürs Working Holiday am häufigsten gestellt werden.
Ist die Lebenslauf-Vorlage wirklich kostenlos?
Ja. Die CV- und Anschreiben-Vorlage kostet nichts und ist das Dankeschön fürs Newsletter-Abo. Es gibt keinen Bezahlschritt und kein Upselling danach. Abmelden kannst du dich jederzeit und die Dateien behalten.
In welchem Format kommt die Vorlage?
Als PDF und als Word-Dokument. Bearbeite die Word-Datei und exportiere sie als PDF, bevor du sie verschickst oder ausdruckst, damit das Layout hält, egal womit der Arbeitgeber sie öffnet.
Gehört ein Foto auf den CV?
Nein. Bei uns Standard, in Australien und Neuseeland unerwünscht. Arbeitgeber sind vorsichtig mit allem, was diskriminierend aussehen könnte. Gleiches gilt für Geburtsdatum, Familienstand, Staatsangehörigkeit und Geschlecht.
Wie lang sollte ein Backpacker-CV sein?
Eine Seite für Gastro, Retail, Farm und Lager. Zwei, wenn du dich auf einen qualifizierten Job bewirbst. Eine Seite, die gelesen wird, schlägt zwei, die weggelegt werden.
Heißt es CV oder resume?
Neuseeland sagt fast immer CV. In Australien sind beide Begriffe üblich und meinen dasselbe. Übernimm das Wort aus der Stellenanzeige. Ein Lebenslauf im deutschen Sinn ist beides nicht.
Wie gebe ich mein Visum an?
Eine Zeile weit oben: „Working Holiday Visa holder, eligible to work in Australia until March 2027." Damit ist die erste Frage des Arbeitgebers sofort beantwortet. Niemals einen Scan des Grant Letters oder Passes mitschicken.
Was, wenn ich noch keine Erfahrung vor Ort habe?
Übersetze, was du hast. Beschreibe die Tätigkeit statt der Firma, nutze verständliche Zahlen und stell nach vorne, was übertragbar ist: Kasse, Kundenkontakt, frühe Schichten, körperliche Arbeit. Alle kommen ohne lokale Erfahrung an.
Brauche ich Referenzen im CV?
In Australien reicht „References available on request". In Neuseeland nennst du zwei mit Name, Position und Kontakt, denn dort wird wirklich angerufen. Vorher fragen und auf die Zeitverschiebung hinweisen.
Wenn der CV steht
Der Rest der Admin-Aufgaben der ersten zwei Wochen, in der Reihenfolge, in der sie zählen.
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