Guides · Versicherung

Zuletzt geprüft 1. September 2026

Work and Travel Versicherung: Auslandskrankenversicherung im Vergleich

  • Was sie abdecken muss
  • Wie Anbieter abschneiden
  • Unsere ehrliche Empfehlung

Eine Versicherung fürs Work and Travel ist etwas anderes als eine normale zweiwöchige Reiseversicherung. Du brauchst Schutz für körperliche Arbeit, Abenteuersport und Monate fern der Heimat, nicht nur für verlorenes Gepäck. Hier ist, was sie enthalten muss, und wie die wichtigsten Anbieter im Vergleich abschneiden.

Geschrieben von Matt und Sebi, die beide für ihr eigenes Work and Travel eine Versicherung abgeschlossen haben. Mehr über uns.

Die Kurzfassung

Neuseeland verlangt eine Versicherung, Australien nicht. Fürs neuseeländische Working-Holiday-Visum ist eine Kranken- und Krankenhausversicherung Visumsbedingung. Ausgenommen sind nur die Programme mit Irland, Japan, Malaysia und Großbritannien. Mit deutschem Pass bist du also nicht befreit. Die Police muss deinen gesamten Aufenthalt abdecken, und du kannst vor oder bei der Einreise aufgefordert werden, sie vorzuzeigen. Australien führt in den Voraussetzungen für die Subclass 417 und 462 dagegen keine Versicherungspflicht auf. Am Flughafen fragt dich dort niemand danach.

Die Pflicht ist nicht der Grund, warum du eine brauchst. Der Unterschied zwischen einer Work-and-Travel-Police und einer normalen zweiwöchigen Reiseversicherung ist bezahlte körperliche Arbeit. Farmarbeit, Bau und Gastronomie schließen viele günstige Tarife komplett aus, und genau diese Jobs machen die meisten unterwegs. Rechne mit rund $500 bis $1.000 fürs Jahr, ziel auf mindestens $100.000 medizinische Deckung, prüf ob Abenteuersport enthalten ist oder ein Add-on braucht, und nimm einen Tarif, den du aus dem Ausland verlängern kannst.

Zuletzt geprüft: 1. September 2026 Visumsbedingungen ändern sich, und Beiträge auch: Sie hängen an deinem Alter, deiner Staatsangehörigkeit und deinem Startdatum. Die neuseeländische Pflicht prüfst du auf der Seite von Immigration New Zealand zur Krankenversicherung, die australische Lage auf der Subclass-417-Seite des Department of Home Affairs. Jeden Preis bestätigst du vor dem Abschluss direkt beim Anbieter.

Klartext zur Versicherung

Wir verstehen, warum Leute sie weglassen. Es ist der langweiligste Posten im ganzen Planungsprozess, du bist 22 und fühlst dich unverwundbar, und es sind schnell mal $500 bis $1.000, die man beim Budget kürzt. Wir hätten es fast auch nicht getan. Aber ein gebrochener Knöchel auf einer Wanderung, ein Rollerunfall oder ein geplatzter Blinddarm in einem Land, in dem du kein Staatsbürger bist, kann dich fünfstellig aus eigener Tasche kosten. Genau diese Art Pech passiert bei einem Working Holiday, weil du mehr körperliche, draußen stattfindende, ungewohnte Dinge machst als zu Hause. Das ist keine Panikmache. Die meisten Reisen verlaufen problemlos. Aber die Versicherung ist das Einzige auf dieser ganzen Seite, das du im Nachhinein wirklich nicht mehr reparieren kannst, also regel sie vor dem Abflug, nicht nachdem etwas passiert ist.

Was eine Working-Holiday-Versicherung abdecken muss

Eine Working-Holiday-Police unterscheidet sich von einer normalen zweiwöchigen Reiseversicherung. Hier ist, warum.

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Ein hohes Limit bei der medizinischen Deckung. Kommst du nicht aus einem Land mit Gegenseitigkeitsabkommen im Gesundheitswesen, kann ein einziger Krankenhausaufenthalt fünfstellig werden. Achte auf mindestens $100.000 medizinische Deckung, idealerweise mehr.

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Schutz für körperliche Arbeit oder Arbeit im Freien. Viele Working-Holiday-Jobs sind körperlich: Farmarbeit, Bau, Gastronomie. Eine billige Police, die „körperliche Arbeit" ausschließt, kann dich genau dann ungeschützt lassen, wenn du es am meisten brauchst.

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Eine ausreichend lange Laufzeit, mit Verlängerungsoption. Deine Pläne werden sich ändern. Achte auf Policen, die du aus dem Ausland verlängern kannst, ohne erst nach Hause zu fliegen.

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Abenteuersport-Schutz, falls relevant. Bungee, Skifahren, Tauchen und Fallschirmspringen sind standardmäßig oft ausgeschlossen und brauchen ein Add-on. Prüf das, statt anzunehmen, dass du versichert bist.

Work and Travel Versicherung für Australien

Keine Visumsbedingung, und für Deutsche trotzdem der teurere von beiden Fällen.

Australien verlangt fürs Working-Holiday-Visum keine Versicherung. In den Voraussetzungen für die Subclass 417 und die 462 stehen dein Alter, dein Pass und die Frage nach mitreisenden Kindern. Eine Versicherung steht dort nicht, und am Flughafen fragt auch niemand danach.

Worüber sich dein Risiko entscheidet, ist Medicare, und ob du es überhaupt nutzen darfst, hängt an der australischen Abkommensliste. Australien hat Gegenseitigkeitsabkommen im Gesundheitswesen mit elf Ländern: Belgien, Finnland, Irland, Italien, Malta, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Slowenien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Deutschland steht nicht darauf. Frankreich, Spanien, Kanada, die USA und Japan auch nicht.

Für dich als deutsche Staatsbürgerin oder deutschen Staatsbürger heißt das eine doppelte Lücke, und das ist der Punkt, den kaum jemand ausspricht. Von australischer Seite bekommst du keinen Zugang zu Medicare. Von deutscher Seite zahlt deine gesetzliche Kasse in Australien ebenfalls nichts, weil das deutsch-australische Sozialversicherungsabkommen nur Renten- und Arbeitslosenversicherung umfasst. Ab der Landung trägst du jede Rechnung selbst, solange du keine private Police hast.

Und selbst dort, wo ein Abkommen greift, ist es kein Vollschutz. Services Australia beschreibt die Leistung als Behandlung einer Krankheit oder Verletzung, die nicht bis zur Heimreise warten kann, erbracht als Kassenpatient im öffentlichen Krankenhaus, dazu einige Medikamente aus dem PBS. Privatkliniken, planbare Eingriffe, Zahnbehandlung und Krankentransporte fallen heraus. Der Krankenwagen ist in den meisten Bundesstaaten ohnehin nicht kostenlos. Services Australia schreibt selbst dazu, dass du weiterhin eine eigene Reisekrankenversicherung brauchst.

Work and Travel Versicherung für Neuseeland

Hier ist sie Visumsbedingung, und ACC ist nicht das Sicherheitsnetz, für das es gehalten wird.

Immigration New Zealand verlangt von allen Antragstellenden eine Kranken- und umfassende Krankenhausversicherung. Ausgenommen sind ausschließlich die Programme mit Irland, Japan, Malaysia und Großbritannien. Mit deutschem Pass gehörst du nicht dazu. Die Police muss während deines gesamten Aufenthalts gültig bleiben, und du kannst vor oder bei der Einreise aufgefordert werden, sie nachzuweisen.

Dann ist da ACC, und darüber entsteht mehr Verwirrung als über alles andere in Neuseeland. Das System ist tatsächlich ungewöhnlich: Es arbeitet ohne Verschuldensfrage, und ACC schreibt, dass es jeden abdeckt, der in Neuseeland einen Unfall hat, Besucher eingeschlossen. Viele lesen das und streichen die Versicherung. Das geht schief.

Was ACC nicht abdeckt Krankheit fällt komplett heraus, denn ACC deckt Unfallverletzungen ab, keine Erkrankungen. Ein Blinddarmdurchbruch oder eine Lungenentzündung geht also voll auf deine Rechnung. Ebenfalls nicht dabei: geplatzte Reisepläne und der Rücktransport nach Hause, Verletzungen auf der An- und Abreise samt Ein- und Aussteigen, sowie jede Behandlung und Reha, sobald du wieder zu Hause bist. ACC rät Besuchern aus genau diesen Gründen selbst dazu, vor der Reise eine Reiseversicherung abzuschließen.

Praktisch gelesen: ACC nimmt dem teuersten Einzelfall die Spitze, nämlich einem schweren Unfall, der im Land behandelt werden muss. Bei Krankheit hilft es nicht, beim Rückflug nicht, und nach deiner Ausreise auch nicht mehr. Eine Police, die Behandlungskosten und Rücktransport abdeckt, erledigt genau den Teil, den ACC offen lässt. Und das ist ungefähr das, was die Visumsbedingung von dir verlangt.

Was eine Working-Holiday-Versicherung nicht abdeckt

Die Lücken, die Leute erwischen, stehen selten so auf der Verkaufsseite.

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Vorerkrankungen, in den meisten Fällen. Jede Erkrankung, die schon vor Vertragsbeginn bestand, ist meist ausgeschlossen, außer du gibst sie an und der Versicherer nimmt sie trotzdem mit auf, manchmal gegen einen Aufpreis. Sie beim Antrag zu verschweigen, um Geld zu sparen, ist der schnellste Weg, einen echten Schaden abgelehnt zu bekommen.

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Körperliche Arbeit, ab einem gewissen Punkt. „Deckt körperliche Arbeit ab" auf der Produktseite heißt nicht automatisch, dass jede Art von Farmarbeit mitversichert ist. Arbeiten mit Maschinen, in der Höhe oder mit schwerem, wiederholtem Heben fallen oft in eine höhere Risikoklasse mit eigenem Zusatzbaustein, selbst wenn die Police „körperliche Arbeit" grundsätzlich abdeckt. Prüf die genaue Formulierung gegen die Jobs in unserem Guide zu Farmarbeit & 88 Tagen, nicht nur die Werbeseite.

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Dein Auto, falls du dir eins kaufst. Eine Reiseversicherung ist keine Kfz-Versicherung. Sie zahlt nicht für Schäden an einem Fahrzeug, das dir gehört, und deckt dich als Fahrer nicht so ab wie eine lokale Kfz-Police. Was Zulassung und lokale Versicherung tatsächlich abdecken, steht in unserem Guide zum Autokauf.

Working-Holiday-Versicherung im Vergleich

Wir haben für unsere eigenen Working Holidays Versicherungen gekauft. Hier ist, was wir ehrlich wieder kaufen würden, im Vergleich.

Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du dich über einen davon anmeldest, erhalten wir eventuell eine kleine Provision. Der Preis für dich ändert sich dadurch nie. Details dazu findest du in unserer Affiliate-Offenlegung.

Wie wir diese Tarife vergleichen

Wir lesen die Versicherungsbedingungen, nicht die Verkaufsseite. Bei jedem Anbieter prüfen wir dieselben fünf Punkte: die Deckungssumme für medizinische Kosten, ob bezahlte körperliche Arbeit mitversichert ist, ob Abenteuersport von Haus aus drin ist oder ein Add-on braucht, ob du die Police aus dem Ausland verlängern kannst, und wie hoch die Selbstbeteiligung im Krankheitsfall wirklich ausfällt. Die Bewertungen sind unsere eigenen. Sie sagen, wie gut ein Tarif zu einem Work and Travel passt, und das ist eine andere Frage als die nach dem besten Tarif für zwei Wochen Strandurlaub.

Einen Preis können wir dir nicht nennen. Die Beiträge hängen an deinem Alter, deiner Staatsangehörigkeit, deinem Startdatum und der Laufzeit. Jede Zahl in der Tabelle ist deshalb ein Anhaltspunkt und kein Angebot. Wir sind keine Versicherungsmakler, und nichts hiervon ist eine Beratung: Prüf die Bedingungen gegen deine eigene Situation, bevor du abschließt.

Anbieter Monatliche Kosten (ca.) Medizinisches Limit Abenteuersport Ausrüstungsschutz Bewertung
SafetyWing Top-Empfehlung ~$45/Monat USD $250.000 ✓ Die meisten Aktivitäten ✗ Nicht angeboten 4,8 / 5 Angebot holen →
True Traveller ~$53/Monat (£500/12 Mon.) £10.000.000 ✓ 90+ Aktivitäten ✓ Gadget-Add-on 4,6 / 5 Angebot holen →
Heymondo ~$45/Monat (€500/12 Mon.) €5.000.000 ✓ Mit Add-on ✓ Elektronik-Paket 4,5 / 5 Angebot holen →
Genki Explorer ~$42/Monat (€39/Monat) €2.000.000 ✓ Standard ✗ Nicht angeboten 4,3 / 5 Angebot holen →
World Nomads ~$83/Monat ($1.000/12 Mon.) $100.000 ✓ 200+ Aktivitäten ✓ Ausrüstungsschutz 4,4 / 5 Angebot holen →
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Preise sind Richtwerte und ändern sich häufig. Bestätige den aktuellen Preis immer direkt beim Anbieter, bevor du kaufst.

Was deine gesetzliche Krankenkasse in Australien und Neuseeland zahlt

Die kurze Antwort: nichts. Die lange erklärt, warum.

Innerhalb der EU, des EWR und der Schweiz greift die Europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite deiner Gesundheitskarte. Australien und Neuseeland liegen nicht dort, und damit endet der Automatismus.

Deutschland hat mit Australien ein Sozialversicherungsabkommen, in Kraft seit Oktober 2008. Der Haken steckt im Geltungsbereich: Es deckt Renten- und Arbeitslosenversicherung ab, nicht die Krankenversicherung. Mit Neuseeland gibt es überhaupt kein Abkommen. Die Techniker Krankenkasse formuliert die Folge für alle Länder außerhalb Europas und der Abkommensstaaten unmissverständlich, nämlich dass sie dort bei einer notwendigen medizinischen Behandlung leider keine Kosten übernehmen darf.

Praktisch heißt das: Ab dem Tag, an dem du landest, zahlt deine Kasse weder den Arztbesuch noch den Krankenhausaufenthalt. Der Rücktransport steht ohnehin in keinem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, auch nicht innerhalb Europas. Wenn du ihn willst, muss er in einer privaten Police stehen. Was in dieser Zeit mit deiner Mitgliedschaft zu Hause passiert, hängt daran, wie du versichert bist. Die vier Ausgangslagen im Einzelnen stehen in unserem Guide zu Krankenversicherung und Anwartschaft bei Work and Travel.

Anwartschaft: was mit deiner Krankenversicherung zu Hause passiert

Der Teil, den fast keine Vergleichsseite erklärt, und der dich bei der Rückkehr einholt.

Verlässt du Deutschland für ein Jahr Richtung eines Landes ohne Krankenversicherungsabkommen, ruht deine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel mit der Ausreise. Eine Anwartschaftsversicherung hält dir den Platz frei. Es gibt sie in der gesetzlichen wie in der privaten Krankenversicherung.

Ein Missverständnis vorweg: Eine Anwartschaft zahlt währenddessen nichts. Die hkk schreibt es offen in ihre Bedingungen, dass du und deine Angehörigen in dieser Zeit keinen Leistungsanspruch haben. Was sie sichert, ist ausschließlich die Rückkehr in deinen alten Versicherungsstatus.

Bei den Kosten laufen die beiden Systeme auseinander, und das wird oft durcheinandergeworfen. Die gesetzlichen Kassen nennen feste Monatsbeträge: Die TK spricht von meist 60 bis 70 Euro im Monat, die hkk veröffentlicht 82,22 Euro mit einem Kind und 84,59 Euro ohne Kinder. In der privaten Krankenversicherung rechnet man dagegen in Prozent des bisherigen Beitrags, grob 5 Prozent für die kleine und 30 bis 60 Prozent für die große Anwartschaft.

Und es gibt eine Frist. Die hkk will die Anwartschaft grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht oder der Familienversicherung angezeigt bekommen. Weil die Regeln von Kasse zu Kasse abweichen, klär das vor dem Abflug mit deiner eigenen, und lass es dir schriftlich geben.

Eine Anwartschaft ersetzt keine Auslandskrankenversicherung Sie regelt Deutschland, nicht Australien oder Neuseeland. Während du unterwegs bist, zahlt sie keinen einzigen Arztbesuch. Du brauchst beides: eine Police für die Zeit vor Ort und, wenn du deinen Status zu Hause sichern willst, die Anwartschaft dafür. Ausführlich, mit den Fristen, der Abmeldung bei Kasse und Meldeamt und dem Weg zurück in die GKV, steht das in unserem Guide zu Krankenversicherung und Anwartschaft.

Abmelden, und was bei der Rückkehr nach Deutschland passiert

Zwei Fragen, die gern verwechselt werden.

Ob du dich beim Einwohnermeldeamt abmeldest, ist die eine Frage. Was mit deinem Krankenversicherungsschutz passiert, ist eine andere. Entscheidend ist die Ausreise in ein Land ohne Krankenversicherungsabkommen, nicht der Meldezettel. Verlass dich also nicht auf die verbreitete Annahme, eine deutsche Meldeadresse halte deinen Schutz in Australien oder Neuseeland aufrecht. Dafür gibt es keine belastbare Grundlage.

Für die Rückkehr steht die Auffangversicherungspflicht in § 5 Absatz 1 Nummer 13 SGB V: Wer keinen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall hat und zuletzt gesetzlich krankenversichert war, wird wieder versicherungspflichtig. Nimmst du in Deutschland einen Job an, bist du als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ohnehin wieder pflichtversichert. Der Normalfall ist also unspektakulär.

Zwei Stolperstellen dokumentiert die TK trotzdem. Erstens kann der Antrag auf freiwillige Versicherung abgelehnt werden, wenn du die Vorversicherungszeiten nicht erfüllst und die Drei-Monats-Frist nach der Rückkehr verstreichen lässt. Zweitens kommt gar nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung, wer 55 oder älter ist und in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war. Für die meisten Work-and-Traveller ist der zweite Punkt kein Thema, der erste durchaus.

Ob deine Kasse für die Monate im Ausland Beiträge nachfordert, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Handhabung unterscheidet sich, und die belastbare Auskunft bekommst du nur von deiner eigenen Kasse. Frag vor der Abreise, nicht danach.

Deutsche Auslandskrankenversicherung oder internationale Reiseversicherung?

Zwei Produktkategorien, die bei derselben Suche landen und nicht dasselbe Problem lösen.

Die deutsche Auslandsreise-Krankenversicherung

Sie ist auf Urlaube gebaut. Jahresverträge decken typischerweise Einzelreisen von sechs bis acht Wochen ab, und ein Work-and-Travel-Jahr sprengt das. Für längere Aufenthalte gibt es die Langzeit-Auslandskrankenversicherung als eigene Produktklasse. Sie kostet deutlich mehr und ist genau für Auslandsjahre gemacht. Wer eine klassische Reisepolice für zwölf Monate umwidmen will, landet schnell außerhalb der Bedingungen.

Die internationalen Anbieter

Die Tarife in unserer Tabelle kommen aus der anderen Richtung: monatlich kündbar oder als Jahrespolice, Abrechnung in Dollar oder Euro, Support auf Englisch, und eine Deckung, die von vornherein auf bezahlte Arbeit und Abenteuersport ausgelegt ist. Genau das ist der Teil, den ein normaler deutscher Reisetarif nicht abdeckt, und genau deshalb stehen sie hier.

Für beide Kategorien gilt derselbe Prüfpunkt: Der Rücktransport ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Wenn du ihn haben willst, muss er in der privaten Police stehen, und du liest das besser vor dem Abschluss nach als danach.

Und keine der beiden ersetzt deine Mitgliedschaft in Deutschland. Sie decken Kosten im Ausland ab. Was mit deinem Status zu Hause passiert, regelt die Anwartschaft weiter oben.

Selbstbeteiligung, und wie ein Schadensfall wirklich abläuft

Der langweilige Teil, und der Teil, der wirklich zählt, wenn etwas schiefgeht.

Die Selbstbeteiligung, manchmal auch Selbstbehalt genannt, ist der Betrag, den du selbst zahlst, bevor der Versicherer den Rest übernimmt. Angenommen, deine Selbstbeteiligung liegt bei $250 und ein Arztbesuch plus Untersuchung kostet $600: Du zahlst die ersten $250, der Versicherer übernimmt die restlichen $350. Die tatsächliche Höhe unterscheidet sich je nach Anbieter, oft auch je nach Schadensart, also prüf die Zahl für einen medizinischen Schaden konkret, nicht nur die Headline-Zahl auf der Preisseite.

1

Sammle die Belege von Anfang an. Quittungen für alles, was du geltend machen könntest, eine Polizeianzeige bei Diebstahl, einen Arztbericht bei einer Behandlung. Versicherer verlangen das ohnehin, und ein Ordner auf dem Handy ist deutlich einfacher als alles im Nachhinein zusammenzusuchen.

2

Ruf die Notfallnummer an, bevor du etwas Größeres bezahlst. Die meisten Versicherer können ein Krankenhaus direkt bezahlen, statt dich erst in Vorleistung gehen zu lassen. Es lohnt sich, die Nummer zu speichern, bevor du sie brauchst, nicht danach.

3

Rechne bei allem Komplizierteren mit Wochen, nicht Tagen. Ein einfacher Ausrüstungsschaden wird schnell ausgezahlt. Ein Schaden, der Krankenhausunterlagen aus dem Ausland braucht, kann über einen Monat dauern, also hebe Kopien von allem auf, was du einreichst. Kommt die Auszahlung als internationale Überweisung, steht in unserem Banking-Guide, worauf du dabei achten solltest.

Wie lange die Deckung läuft, und wie du sie unterwegs verlängerst

Die meisten Working-Holiday-Visa laufen 12 Monate, und deine Police sollte mindestens genauso lange laufen. Ist ein zweites Jahr in Australien Teil des Plans, bedeutet das meist 88 Tage Specified Work in einer Regionalgegend, ein weiterer Abschnitt kann sogar ein drittes Jahr freischalten. Neuseelands eigener Verlängerungsweg funktioniert anders: Das Working Holiday Extension Work Visa verlängert jeweils um drei Monate, nach drei Monaten Arbeit im Obst- oder Weinbau.

Pläne ändern sich so oder so, also kauf eine Police, die du von unterwegs verlängern oder erneuern kannst, statt einer, für die du erst nach Hause fliegen musst. Es lohnt sich außerdem, schon ab dem Abflugtag versichert zu sein, nicht erst ab der Landung. Verspätungen, verlorenes Gepäck und alles, was während der Anreise schiefgeht, ist genau das, wofür die Police da ist, noch bevor der eigentliche Working-Holiday-Teil der Reise überhaupt begonnen hat.

Deutschland steht nicht auf der australischen Abkommensliste Australien hat Gegenseitigkeitsabkommen im Gesundheitswesen mit elf Ländern: Belgien, Finnland, Irland, Italien, Malta, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Slowenien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Deutschland gehört nicht dazu, Frankreich, Spanien, Kanada, die USA und Japan ebenfalls nicht. Mit deutschem Pass hast du bei der Ankunft also keine öffentliche Gesundheitsversorgung, und deine gesetzliche Kasse zahlt dort auch nichts. Ein gebrochener Knöchel kann ohne Versicherung AU$5.000 oder mehr aus eigener Tasche kosten.

Reist du allein? Unser Guide zur Sicherheit für Alleinreisende deckt Notfallvorsorge und Botschaftskontakte neben der Versicherung ab, dazu Unterkunft, Transport und Farmarbeit speziell fürs Alleinreisen.

Häufige Fragen

Kurze Antworten auf die Fragen, die uns zur Working-Holiday-Versicherung am häufigsten gestellt werden.

Ist eine Reiseversicherung für ein Working Holiday Pflicht?

Für Neuseeland ist sie Visumsbedingung, und zwar für alle außer den Programmen mit Irland, Japan, Malaysia und Großbritannien. Mit deutschem Pass bist du also nicht befreit. Die Police muss deinen gesamten Aufenthalt abdecken, und du kannst vor oder bei der Einreise aufgefordert werden, sie vorzuzeigen. Für Australien steht sie in den Voraussetzungen weder für die Subclass 417 noch für die 462, dort fragt dich also niemand danach. Zu empfehlen ist sie trotzdem. So oder so ist es das Einzige, das du nach einem Vorfall nicht mehr nachholen kannst.

Brauche ich für Work and Travel in Australien eine Versicherung?

Fürs Visum nicht. In den Voraussetzungen für die Subclass 417 und die 462 taucht sie nicht auf, und am Flughafen kontrolliert sie niemand. Wichtig ist sie trotzdem, und zwar mehr als die meisten denken: Wie viel öffentliche Versorgung du in Australien bekommst, hängt allein daran, ob dein Land ein Gegenseitigkeitsabkommen im Gesundheitswesen hat. Und selbst wo es eins gibt, zahlt es medizinisch notwendige Behandlung, nicht alles. Dazu kommt, dass die meisten Work-and-Travel-Jobs körperlich sind, und genau das schließen die günstigen Reisetarife aus.

Zahlt meine gesetzliche Krankenkasse in Australien oder Neuseeland?

Nein. Deutschland hat mit Australien zwar ein Sozialversicherungsabkommen, es deckt aber nur Renten- und Arbeitslosenversicherung ab, nicht die Krankenversicherung. Mit Neuseeland gibt es gar kein Abkommen. Die TK schreibt für Länder außerhalb Europas und der Abkommensstaaten klar, dass sie dort keine Behandlungskosten übernehmen darf. Der Rücktransport ist ohnehin nie eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Brauche ich eine Anwartschaftsversicherung fürs Work and Travel?

Pflicht ist sie nicht, aber sie ist der Weg, deinen Versicherungsstatus in Deutschland über das Jahr zu retten. Unterwegs zahlt sie nichts und ersetzt damit keine Auslandskrankenversicherung. Bei den Kosten nennen die gesetzlichen Kassen feste Monatsbeträge, die TK meist 60 bis 70 Euro und die hkk gut 82 Euro. In der privaten Krankenversicherung rechnet man in Prozent des bisherigen Beitrags, rund 5 Prozent für die kleine und 30 bis 60 Prozent für die große Anwartschaft. Frist und Konditionen klärst du am besten vor der Abreise mit deiner eigenen Kasse.

Was kostet eine Working-Holiday-Versicherung?

Rechne mit rund $500 bis $1.000 für ein ganzes Jahr, je nach Alter, Deckungsumfang und Zusatzbausteinen wie Abenteuersport. Es ist ein verlockender Posten zum Sparen, aber eine einzige ernste Verletzung im Ausland kann dich weit mehr kosten.

Welche Deckungssumme für medizinische Kosten brauche ich?

Ziel sind mindestens $100.000 medizinische Deckung, besser mehr. Besonders wichtig ist das, wenn dein Land kein Sozialversicherungsabkommen hat, denn ein einziger Krankenhausaufenthalt kann sonst fünfstellig werden.

Deckt eine normale Reiseversicherung das Arbeiten ab?

Oft nicht. Viele normale Kurzzeitpolicen schließen manuelle Arbeit oder Arbeit im Freien aus. Damit fallen viele typische Working-Holiday-Jobs raus, etwa Farmarbeit, Bau und Gastro. Achte auf eine Police, die bezahlte manuelle Arbeit ausdrücklich abdeckt.

Sind Abenteuersportarten wie Ski oder Bungee versichert?

Meist nicht standardmäßig. Bungee, Ski, Tauchen und Fallschirmspringen sind häufig ausgeschlossen und brauchen einen Zusatzbaustein. Prüf deine Police, bevor du davon ausgehst, versichert zu sein, und schließ die Deckung vor der Aktivität ab, nicht danach.

Was ist eine Selbstbeteiligung, und wie viel zahle ich wirklich?

Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den du selbst trägst, bevor der Versicherer den Rest eines Schadens übernimmt, meist eine feste Summe wie $100 oder $250 statt eines Prozentsatzes. Sie unterscheidet sich je nach Anbieter und manchmal je nach Schadensart, also prüf die konkrete Zahl für einen medizinischen Schaden, nicht die Headline-Zahl auf der Preisseite.

Deckt meine Police eine Erkrankung ab, die ich schon vor der Abreise hatte?

Meist nicht, außer du gibst sie beim Kauf der Police an und der Versicherer nimmt sie trotzdem mit auf, manchmal gegen einen Aufpreis. Sie im Antrag wegzulassen, um Geld zu sparen, ist der schnellste Weg, einen echten Schaden später abgelehnt zu bekommen.

Kann ich meine Police verlängern, während ich schon unterwegs bin?

Die meisten Anbieter hier lassen dich von unterwegs verlängern oder erneuern, ohne dass du erst nach Hause fliegen musst. Das zählt, wenn du ein zweites oder drittes Jahr in Australien über Regionalarbeit anstrebst oder Neuseelands eigenen Verlängerungsweg nutzen willst. Prüf die Bedingungen schon beim Kauf, falls ein längerer Aufenthalt überhaupt infrage kommt.