Arbeiten in Neuseeland: welche Jobs du bekommst und was sie zahlen
Arbeiten in Neuseeland heißt für die meisten Work and Traveller: Mindestlohn von NZ$23,95 pro Stunde oder knapp darüber, und fast jeder Job ist mit dem Working-Holiday-Visum erlaubt. Gastronomie und Obstplantagen stellen am schnellsten ein. Hier steht, was davon nach Steuern übrig bleibt, in welchem Monat welche Region Leute sucht, wo die Jobs wirklich ausgeschrieben werden und was dir zusteht, wenn der Chef sich verrechnet.
Mindestlohn in Neuseeland 2026: was Backpacker-Jobs zahlen
Eine einzige Zahl erklärt hier fast alles. Anders als in Australien ist es auch wirklich nur eine.
Der gesetzliche Mindestlohn in Neuseeland liegt seit dem 1. April 2026 bei NZ$23,95 pro Stunde, das sind NZ$958 für eine 40-Stunden-Woche. Er gilt für Working-Holiday-Reisende ab der ersten Stunde, mit 18 genauso wie mit 30. Einen Casual-Zuschlag oder Branchentarife gibt es nicht, deshalb zahlen die meisten Einstiegsjobs zwischen NZ$23,95 und etwa NZ$28 pro Stunde.
Wer sich vorher mit Australien beschäftigt hat, kann die Hälfte der Begriffe wieder vergessen. Neuseeland kennt keine Awards, keinen Casual-Aufschlag von 25 Prozent und keine gesetzlichen Sonntagszuschläge. Der Mindestlohn ist die Untergrenze. Darüber darf jeder Arbeitgeber zahlen, was er will, und das ist das ganze System. Eine Samstagsschicht bringt genauso viel wie eine am Dienstag, es sei denn, dein Arbeitsvertrag sagt etwas anderes. Manche Gastro-Betriebe zahlen fürs Wochenende oder für späte Schichten freiwillig mehr. Das ist ein Entgegenkommen, kein Anspruch. Frag also nach, bevor du damit rechnest.
Was über dem Mindestlohn liegt, regelt der Markt, und der ist bei Backpacker-Jobs nicht besonders großzügig. Die meisten Einstiegsjobs in Gastronomie, Einzelhandel, Obstplantagen und Packhäusern werden zum Mindestlohn oder ein, zwei Dollar darüber ausgeschrieben. Größere Sprünge gibt es nur mit Erfahrung, die du belegen kannst: als Barista, der auch im Samstagsansturm ordentliche Flat Whites zieht, als gelernter Koch oder als Bauhelfer mit Site-Safe-Karte und drei Wochen Referenzen. Matts erster Job in Neuseeland, in einem Hotel in der Bay of Islands, zahlte NZ$24 die Stunde. Heute liegt das fünf Cent über dem Mindestlohn.
Die Tabelle zeigt übliche Stundenlöhne nach Jobart. Das obere Ende ist das, was ein guter Arbeitgeber jemandem mit etwas Erfahrung zahlt. Als Einstiegsangebot solltest du es nicht erwarten.
| Jobart | Üblicher Stundenlohn | Stunden pro Woche | Beste Monate |
|---|---|---|---|
| Gastro- und Barjobs | NZ$24–30 | 20–40 | Nov–Mär |
| Farmarbeit und Ernte | NZ$24–28 | 30–50 | Jan–Mai |
| Bau- und Hilfsarbeiterjobs | NZ$25–34 | 30–45 | Jan–Mär, Sep–Nov |
| Jobs im Einzelhandel | NZ$24–27 | 15–38 | Okt–Jan |
Stundenlöhne vor Steuern. Neuseeland kennt weder Casual-Zuschlag noch Awards, deshalb ist der Mindestlohn von NZ$23,95 für jeden Job in dieser Tabelle die Untergrenze.
Der niedrigere Satz, der für dich nicht gilt
Neuseeland hat daneben einen „Starting-out“-Mindestlohn von NZ$19,16 pro Stunde. Er gilt für 16- und 17-Jährige in ihren ersten sechs Monaten bei einem Arbeitgeber, für 16- bis 19-Jährige mit vertraglich vorgeschriebener Ausbildung und für 18- und 19-Jährige, die vorher mindestens sechs Monate neuseeländische Sozialleistungen bezogen haben. Das Letzte schließt ein Working-Holiday-Visum aus, die Ausbildung ein Aushilfsjob im Café oder auf der Plantage. Bietet dir jemand NZ$19,16, weil du 18 bist, stimmt das Angebot nicht. Dir stehen NZ$23,95 zu.
Vom Stundenlohn zu dem, was auf dem Konto landet
Eine eigene Backpacker-Steuer gibt es nicht. Du zahlst dieselben Sätze wie jeder Neuseeländer, und das ist ausnahmsweise ein Vorteil.
Neuseeland besteuert Working-Holiday-Reisende nach demselben Stufentarif wie alle anderen. Er beginnt mit 10,5 Prozent auf die ersten NZ$15.600 im Steuerjahr. Einen pauschalen Backpacker-Satz wie die 15 Prozent in Australien gibt es nicht, einen Grundfreibetrag wie in Deutschland aber auch nicht. Jeder Dollar wird besteuert, die ersten nur eben niedrig. Das Steuerjahr läuft vom 1. April bis zum 31. März.
| Einkommen im Steuerjahr | Steuersatz |
|---|---|
| bis NZ$15.600 | 10,5 % |
| NZ$15.601 bis NZ$53.500 | 17,5 % |
| NZ$53.501 bis NZ$78.100 | 30 % |
| NZ$78.101 bis NZ$180.000 | 33 % |
| über NZ$180.000 | 39 % |
Dazu kommt auf jeder Lohnabrechnung die ACC-Abgabe, seit dem 1. April 2026 1,75 Prozent vom Bruttolohn. Damit finanziert sich die Accident Compensation Corporation, die staatliche Unfallversicherung. Sie ist der Grund, warum ein gebrochenes Handgelenk auf der Skipiste in Neuseeland niemanden ruiniert, und sie greift bei Unfällen auch für Besucher. Krankheiten deckt sie nicht ab, und nach Hause fliegt sie dich auch nicht. Genau deshalb verlangt das Visum trotzdem eine Krankenversicherung. Welche Policen körperliche Arbeit mit abdecken, steht in unserem Versicherungs-Guide.
Zum Mindestlohn sieht eine Woche dann so aus:
| Stunden pro Woche | Brutto | Lohnsteuer (PAYE) | ACC-Abgabe | Netto |
|---|---|---|---|---|
| 25 Stunden | NZ$598,75 | NZ$83,78 | NZ$10,48 | NZ$504,49 |
| 30 Stunden | NZ$718,50 | NZ$104,74 | NZ$12,57 | NZ$601,19 |
| 40 Stunden | NZ$958,00 | NZ$146,65 | NZ$16,77 | NZ$794,59 |
| 50 Stunden | NZ$1.197,50 | NZ$209,64 | NZ$20,96 | NZ$966,90 |
Steuercode M, gerechnet mit den Sätzen von Inland Revenue oben und der ACC-Abgabe von 1,75 Prozent. Deine Abrechnung kann um ein paar Cent abweichen, weil die offiziellen PAYE-Tabellen eigene Rundungen haben. Urlaubsgeld wird bei der Auszahlung genauso versteuert.
Ob überhaupt der richtige Betrag abgezogen wird, entscheiden zwei Dinge. Das eine ist deine IRD-Nummer, dazu gleich mehr. Das andere ist die IR330, die Erklärung zum Steuercode, die du am ersten Arbeitstag für deinen Arbeitgeber ausfüllst. Für deinen einzigen oder deinen Hauptjob lautet der Code M. Nimmst du gleichzeitig einen zweiten Job an, bekommt der einen Nebencode, bei den meisten Backpackern S. Gibst du gar nichts ab, muss dein Arbeitgeber den Satz für fehlende Angaben anwenden. Das sind 45 Prozent von jedem Dollar, bis du es nachholst.
Bei neuseeländischen Kollegen steht KiwiSaver auf der Abrechnung, bei dir nicht. Mit einem befristeten Visum darfst du der staatlich geförderten Altersvorsorge nicht beitreten, also wird dafür nichts abgezogen und dein Arbeitgeber zahlt auch nichts ein. Das ist das Gegenteil der australischen Superannuation, und es heißt auch: Beim Abflug gibt es hier nichts zurückzufordern. Hast du vorher in Australien gearbeitet, steht in unserem Superannuation-Guide, was du dort zurückholen kannst.
Die Jobs, für die Neuseeland Work and Traveller einstellt
Nach Branche filtern: Bezahlung, die Regionen, die sich lohnen, und wie leicht du mit dem Working-Holiday-Visum reinkommst.
Gastronomie
VisumsfreundlichCafés, Bars, Restaurants und Hotelküchen. Der schnellste Weg in den ersten Job, weil ständig Leute kommen und gehen und eine Probeschicht das meiste vom Vorstellungsgespräch ersetzt. Zum Ausschenken hinter einer neuseeländischen Bar brauchst du keinen Schein. Größere Ketten lassen dich manchmal zwischen Filialen wechseln, während du weiterreist.
Obstplantagen und Weinberge
VisumsfreundlichErnten, Ausdünnen und Schneiden, draußen und bei jedem Wetter. Erfahrung brauchst du keine. Wenn du schnell bist, schlägt der Akkordlohn den Stundenlohn. Unter den Mindestlohn für deine gearbeiteten Stunden darf er aber nie fallen. Drei Monate davon bringen dir außerdem drei Monate Visumsverlängerung.
Packhäuser
VisumsfreundlichObst sortieren und verpacken, unter einem Dach und in langen Schichten, wenn die Ernte auf dem Höhepunkt ist. Der Erntejob für alle, die nicht den ganzen Tag auf der Leiter stehen wollen. Fürs Verlängerungsvisum zählt Verpacken genauso wie Pflücken.
Tourismus und Aktivitäten
VisumsfreundlichBuchungsschalter, Shuttle fahren, Crew beim Jetboot oder Bungy, später auch Guiding, wenn du dich auskennst. Viele Anbieter lassen ihre Leute die Aktivitäten kostenlos oder vergünstigt machen. Anders könnten sich viele Queenstown kaum leisten.
Skigebiete
VisumsfreundlichLiftpersonal, Skiverleih, Ticketverkauf und Gastro am Berg, für eine Saison von Anfang Juni bis Mitte Oktober. Bei NZSki, dem Betreiber von Coronet Peak, The Remarkables und Mt Hutt, gehen die meisten Winterjobs ungefähr im März online, und Erfahrung in der Skibranche brauchst du nicht. Vollzeitkräfte bekommen dort einen Saisonpass für alle drei Berge.
Housekeeping und Hostels
VisumsfreundlichHousekeeping in Motels und Hotels stellt das ganze Jahr über ein und fragt selten nach Erfahrung. Hostels bieten oft ein freies Bett gegen ein paar Stunden Putzen. Rechtlich ist das mehr, als es klingt: Die neuseeländische Arbeitsaufsicht geht davon aus, dass jeder, der in einem Beherbergungsbetrieb für sein Bett arbeitet, Arbeitnehmer ist. Er muss in Geld bezahlt werden, eine faire Miete darf nur mit schriftlicher Vereinbarung abgezogen werden.
Bau und Hilfsarbeiten
VisumsfreundlichHilfsarbeiten auf der Baustelle, meist über eine Zeitarbeitsfirma. Die meisten großen Bauunternehmen wollen eine Site-Safe-Karte sehen, bevor du die Baustelle betrittst, und der Kurs dafür ist kurz. Arbeitsschuhe mit Stahlkappe und Warnweste kaufst du in der Regel selbst.
Einzelhandel
VisumsfreundlichIm Sommer, grob von November bis Februar, wird in Touristenorten und Einkaufszentren mehr eingestellt. Rechne mit weniger Stunden als in der Gastronomie und einem ruhigeren Dienstplan.
Kinderbetreuung
BegrenztAu-pair- und Nanny-Jobs laufen meist informell. Staatlich registrierte Kitas wollen in der Regel eine in Neuseeland anerkannte Qualifikation und eine polizeiliche Überprüfung. Selbst die Kinderbetreuung am Skigebiet Coronet Peak verlangt ein Zertifikat in frühkindlicher Pädagogik.
Gesundheitswesen
BegrenztHilfsjobs in der Altenpflege gibt es manchmal auch ohne Registrierung. Für Pflege und alle anderen klinischen Berufe brauchst du vorher eine Registrierung bei der neuseeländischen Aufsicht, und die dauert meist länger, als ein Working-Holiday-Jahr hergibt.
Plantagen und Baustellen sind die körperlich härtesten Jobs auf dieser Seite, und eine billige Reiseversicherung deckt körperliche Arbeit nicht immer ab. Welche Anbieter es tun, steht in unserem Versicherungs-Guide.
Wann welche Region einstellt: der Saisonkalender
Plantagenarbeit richtet sich nach dem Obst, und das Obst hat einen festen Fahrplan. Hier stehen die Hochsaisons, die die Regierung für jede Kultur angibt.
Die Ernte in Neuseeland ist kein einzelner Sommeransturm. Steinobst geht im Januar los. Äpfel und Birnen laufen bis in den Mai, ab März füllen sich die Kiwiplantagen in der Bay of Plenty, und der Winter gehört dem Rebschnitt und dem Schnitt der Kiwipflanzen. Wer seine Route nach der Tabelle plant, kann einen großen Teil des Jahres ohne lange Pause zwischen zwei Jobs überbrücken.
| Region | Kultur und Arbeit | Hochsaison |
|---|---|---|
| Central Otago, Queenstown Lakes, Marlborough | Kirschen, Ernte | Dez–Jan |
| Northland, Auckland, Manawatū-Whanganui | Beeren, Ernte | Dez–Mär |
| Hawke's Bay, Central Otago | Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen, Ernte | Jan–Mär |
| Hawke's Bay, Nelson, Central Otago, Gisborne, Canterbury | Äpfel und Birnen, Ernte | Feb–Mai |
| Tasman | Hopfen, Ernte | Mär–Apr |
| Bay of Plenty, Waikato, Northland | Kiwis, Ernte | Mär–Mai |
| Bay of Plenty, Waikato, Northland | Kiwis, Schnitt | Jun–Aug |
| Auckland, Region Wellington, Canterbury | Wein, Pflege und Rebschnitt | Mai–Aug |
| Manawatū-Whanganui | Spargel, Ernte | Sep–Dez |
| Hawke's Bay, Nelson, Central Otago, Gisborne, Canterbury | Äpfel und Birnen, Ausdünnen | Nov–Dez |
| Queenstown, Methven | Skigebiete, Lift, Verleih und Gastro | Jun bis Mitte Okt, Bewerbung ab März |
Hochsaisons laut Saisonkalender von Work and Income, Stand 9. Juli 2026. Die Zeile zu den Skigebieten stammt von der Jobseite von NZSki. Das Wetter verschiebt alles um ein paar Wochen nach vorn oder hinten.
Marlborough taucht in diesem Kalender nur mit Kirschen auf. Das überrascht, denn es ist die größte Weinregion des Landes. PickNZ, die Jobbörse der Obst- und Gemüsebranche, schreibt dazu, dass es in den Weinbergen dort fast das ganze Jahr Arbeit gibt: Lese, Pflege der Reben, Rebschnitt im Winter. Wer eine Region sucht, in der es nie ganz still wird, ist dort richtig.
Die ruhigen Monate solltest du auch kennen. Die Ernte ist im Juni größtenteils vorbei, danach tragen der Rebschnitt und der Kiwischnitt die Plantagen bis in den August. September und Oktober sind die mageren Monate: Der Winterschnitt ist durch, das Ausdünnen hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Eine gute Zeit für einen Job im Skigebiet oder in der Stadt, den du dir im Herbst gesucht hast.
Welche Kultur in welcher Region wann Leute braucht, Monat für Monat und mit Schnitt und Ausdünnen dazwischen, steht in unserem Erntekalender für Neuseeland.
Was vor der ersten Schicht erledigt sein muss
Fünf Dinge. Eines davon entscheidet, wie viel Steuer von deinem ersten Lohn abgeht.
Die IRD-Nummer, in den ersten Tagen. Beantragt wird sie online über das Verfahren für Neuankömmlinge bei Inland Revenue, das deine Identität direkt mit den Daten von Immigration New Zealand abgleicht. Du brauchst deinen Pass, deine Antragsnummer von Immigration New Zealand und eines von drei Dingen: eine ausländische Steuernummer (bei dir die deutsche Steuer-ID), eine neuseeländische Kontonummer oder eine abgeschlossene Identitätsprüfung bei einer Bank. Ein Konto ist also keine Voraussetzung, auch wenn das am Schwarzen Brett im Hostel anders steht. Online dauert es etwa zwei Werktage. Stell den Antrag vor dem „must arrive by“-Datum auf deinem Visum, sonst landest du im langsameren Verfahren für Leute, die schon im Land leben. Alle Schritte stehen im TFN- und IRD-Guide.
Ein neuseeländisches Bankkonto. Der Lohn geht auf ein lokales Konto, auf ein deutsches überweist dir niemand. ANZ, ASB, BNZ und Westpac sind die vier großen Banken. Wise gibt dir ebenfalls neuseeländische Kontodaten und ist schneller eingerichtet. Was welche Bank verlangt und in welcher Reihenfolge du vorgehst, steht im Banking-Guide.
Die IR330 am ersten Arbeitstag. Das ist die Erklärung zum Steuercode, die dir dein Arbeitgeber gibt. M für den Hauptjob eintragen, IRD-Nummer dazu, unterschreiben. Hast du die Nummer noch nicht, sag es und reich sie nach, sobald sie da ist. Ohne das Formular gehen 45 Prozent deines Lohns an die Steuer, bis alles geklärt ist.
Ein neuseeländischer Lebenslauf und eine lokale Nummer. Eine Seite, kein Foto, kein Geburtsdatum, keine deutschen Noten. Dafür ganz oben: Visum und ab wann du wie lange verfügbar bist. Neuseeländische Arbeitgeber rufen Referenzen öfter an als fast irgendwo sonst, also gib zwei an, die aus Neuseeland erreichbar sind. Wie das Format aussieht, zeigt unser Lebenslauf-Guide für Australien und Neuseeland. Wie du am ersten Tag an eine lokale Nummer kommst, steht im SIM-Karten-Guide.
Site Safe, nur wenn du auf den Bau willst. Die meisten großen Bauunternehmen lassen dich ohne Site-Safe-Karte nicht auf die Baustelle. Der Kurs ist kurz, die Karte gilt zwei Jahre. Mach sie vor der Bewerbung. Ein Bauleiter hält dir keine Woche lang eine Stelle frei.
Jobs in Neuseeland finden: wo sie wirklich ausgeschrieben werden
Sechs Wege, grob danach sortiert, wie schnell daraus eine echte Schicht wird.
Als Matt in Auckland ankam, schickte er rund 30 Bewerbungen quer über die Nordinsel und bekam eine einzige Antwort, von einem Hotel in der Bay of Islands. Er nahm den Job an, und dort haben er und Sebi dann zusammen gearbeitet. So sieht die erste Jobsuche hier meistens aus: viel Funkstille und dann ein Ja von irgendwo, wo du nie hinwolltest. Die Bereitschaft umzuziehen bringt dir mehr als ein besserer Lebenslauf. Die ganze Geschichte steht auf unserer Über-uns-Seite.
Der Zeitpunkt zählt so viel wie der Einsatz. Matt kam im September an, als der Tourismus gerade für den Sommer einstellte. Wer im späten Herbst landet, erwischt die Zeit, in der die Plantagen auslaufen und die Skigebiete noch nicht angefangen haben, und merkt den Unterschied.
Persönlich vorbeigehen, mit ausgedrucktem Lebenslauf. Für Cafés, Bars, Hostels und Läden immer noch der schnellste Weg. Geh zwischen Mittags- und Abendgeschäft hin, frag nach der Person, die den Dienstplan macht, und gib ihr den Lebenslauf direkt, statt ihn beim nächstbesten Kellner liegen zu lassen. Zehn Läden an einem Nachmittag sind realistisch, zwei oder drei Rückrufe daraus sind eine gute Woche.
Seek und Trade Me Jobs. Seek ist die größte Jobbörse des Landes und die Adresse für alles mit Vertrag: Zeitarbeit, Packhäuser, Hotels, Aushilfen im Büro. Trade Me Jobs hat viele Anzeigen aus kleinen Orten, die nie auf Seek landen. Stell dir einen Alarm für deinen Ort ein und bewirb dich noch am selben Tag.
PickNZ und die Kiwi-Jobbörse. PickNZ ist die Jobbörse der Branche selbst, eine Initiative unter Führung von Horticulture New Zealand, mit Ernte-, Packhaus- und Ausdünnjobs nach Region. Für Kiwis betreibt der Erzeugerverband NZKGI eigene Anzeigen. Diese Arbeitgeber stellen für eine ganze Saison ein und erwarten, dass du bleibst. Sag also nur zu, wenn du das auch vorhast.
Backpacker Board und das Schwarze Brett im Hostel. Die Backpacker-Jobbörsen sind schnell bei Aushilfs- und Saisonjobs. In den Erntegebieten vermitteln „Working Hostels“ ihre Gäste direkt an Plantagen. Bevor du dort eine Woche im Voraus zahlst, frag, wie viele Arbeitstage pro Woche die Gäste zuletzt wirklich bekommen haben.
Die Bewerbungsseiten der Skigebiete. NZSki stellt über die eigene Website ein und schaltet die meisten Winterjobs ungefähr im März frei, für eine Saison, die Anfang Juni mit einer Einarbeitungswoche beginnt. Je näher die Saison rückt, desto mehr Stellen sind weg, und NZSki schreibt selbst, dass ein Job, den du nicht mehr siehst, womöglich schon besetzt ist. Bewirb dich im März, egal wo du gerade bist.
Facebook-Gruppen, mit Vorsicht. Such nach „backpacker jobs New Zealand“ oder dem Namen deines Ortes. Es geht schnell und ist gleichzeitig Wilder Westen. Die Regel, die dich schützt: Zahl niemals Geld für einen Job, für eine Vermittlung oder für eine Unterkunft, die es nur zusammen mit dem Job gibt. Seriöse Arbeitgeber verlangen nichts dafür, dass du für sie arbeitest.
Überlegst du, allein auf eine Plantage, ein Weingut oder zu einem WWOOF-Gastgeber zu gehen? Wie du Gastgeber vorab prüfst und worauf du an abgelegenen Arbeitsorten achtest, steht in unserem Guide zur Sicherheit für Alleinreisende.
Welche Banking-, Transport- und Sicherheits-Apps vor der ersten Schicht eingerichtet sein sollten, steht in unserem Guide zu Apps und Websites.
Wie die ersten Monate meistens laufen
Ungefähr in dieser Reihenfolge läuft es für die meisten Work and Traveller. Je nach Saison dauern die Abschnitte länger oder kürzer.
Was du im Vorstellungsgespräch sagst
In Gastronomie und Erntearbeit wird in Neuseeland locker eingestellt. Nutz das, statt dagegen anzuarbeiten.
Nenn deine Daten in der ersten Minute. Wie lange du bleibst und ab wann du anfangen kannst, ist das, was der Manager wirklich wissen will. Vage Antworten machen nervös. „Ich bin bis Ende April hier und kann ab Montag“ schlägt einen besseren Lebenslauf, der sich auf nichts festlegt.
Zieh dich ordentlich an, aber nicht förmlich. Mit Sakko beim Gespräch in einer Bar zeigst du vor allem, dass du den Laden falsch eingeschätzt hast. Sauber und gepflegt reicht.
Punkte mit Verlässlichkeit, nicht mit deiner Karriere. Den meisten Arbeitgebern ist wichtiger, ob du an einem verregneten Sonntag pünktlich da bist, als was du zu Hause gemacht hast. Dein Studium bekommt eine Zeile. Warum Referenzen hier mehr zählen als fast überall sonst, erklärt der Lebenslauf-Guide.
Rechne mit einer Probeschicht, und kenn die Grenze. Ein kurzer Test deiner Fähigkeiten darf unbezahlt sein. Employment New Zealand nennt als Beispiel zwei oder drei Kaffees oder einen Tisch zu bedienen. Eine ganze Schicht oder auch nur ein paar Stunden gelten sehr wahrscheinlich schon als Arbeit, und Arbeit wird bezahlt.
Stell zwei Fragen zurück. Wird stündlich oder im Akkord bezahlt, und bekommst du einen schriftlichen Arbeitsvertrag? Beides ist völlig normal zu fragen. Weicht ein Arbeitgeber bei einer der beiden Fragen aus, weißt du schon eine Menge.
Was dir das Working-Holiday-Visum erlaubt
Fast alles, was Geld bringt. Mit einer harten Grenze.
Mit dem deutschen Working-Holiday-Visum für Neuseeland darfst du jeden Job annehmen, solange er nicht unbefristet ist. Du kannst angestellt arbeiten oder auf Werkvertragsbasis, ein eigenes Unternehmen als Inhaber führen darfst du nicht. Die Regel zum unbefristeten Job solltest du im Vorstellungsgespräch im Kopf haben. Bietet dir ein Manager, dem du gefällst, eine Festanstellung an, ist die ehrliche Antwort: Das Visum erlaubt es nicht, unterschreiben kannst du einen befristeten Vertrag oder einen als Aushilfe.
Wie lange du bei einem Arbeitgeber bleibst, regeln die Bedingungen des deutschen Programms nicht. Lernen oder eine Weiterbildung machen darfst du insgesamt bis zu sechs Monate. Einreisen musst du innerhalb von zwölf Monaten, nachdem das Visum ausgestellt wurde. Das Visum steht Deutschen zwischen 18 und 30 offen, kostet ab NZD 770 und verlangt NZ$4.200 an verfügbaren Mitteln. Eine volle Krankenversicherung inklusive Krankenhausaufenthalt ist für Deutsche Bedingung, keine Empfehlung. Die Schritte zum Antrag stehen in unserem Visa-Guide für Neuseeland.
Länger bleiben kannst du nur über den Weg von oben: drei Monate im Obst- oder Weinbau, danach drei weitere Monate mit dem Verlängerungsvisum.
Wenn der Lohn nicht stimmt
Als Work and Traveller hast du genau dieselben Rechte wie jeder Neuseeländer. Unterbezahlt wird meistens, weil es dir niemand gesagt hat.
Ein schriftlicher Arbeitsvertrag, immer. Jeder Arbeitnehmer in Neuseeland muss einen haben, Aushilfen eingeschlossen. Darin muss stehen, was du verdienst und wie Streitigkeiten gelöst werden. Gibt es keinen Vertrag, stimmt meistens auch der Rest nicht.
Mindestlohn für jede Stunde, auch im Akkord. Teil deinen Verdienst in einer Abrechnungsperiode durch die Stunden, die du darin gearbeitet hast. Kommt weniger als NZ$23,95 heraus, muss dein Arbeitgeber die Differenz nachzahlen. Schreib dir Beginn und Ende jeder Schicht selbst auf, denn aus der Zahl deiner Kisten geht nicht hervor, wie lang der Tag war.
8 Prozent Urlaubsgeld. Bei einem echten befristeten Job unter zwölf Monaten, oder bei so unregelmäßiger Arbeit, dass vier Wochen bezahlter Urlaub nicht praktikabel sind, darf dein Arbeitgeber statt Urlaub 8 Prozent vom Bruttolohn auf jede Abrechnung legen, wenn das vereinbart ist. Wird es nicht laufend gezahlt, stehen dir zum Ende des Jobs 8 Prozent von allem zu, was du brutto verdient hast, abzüglich bezahlter Urlaubstage. Irgendwo muss es also auftauchen.
Feiertage. Arbeitest du an einem, bekommst du mindestens das Anderthalbfache. Fällt er auf einen Tag, an dem du normalerweise arbeitest, steht dir zusätzlich ein Ersatztag frei zu, selbst wenn nur ein Teil deiner Schicht auf den Feiertag fiel.
Unterkunft statt Lohn. Arbeit muss in Geld bezahlt werden. Ein Arbeitgeber darf eine angemessene Miete für ein Zimmer abziehen, wenn ihr das schriftlich vereinbart habt. „Ein freies Bett für vier Stunden am Tag“ ohne Lohn ist dagegen kein Ehrenamt. Die neuseeländische Arbeitsaufsicht geht in solchen Fällen davon aus, dass du Arbeitnehmer bist.
Probezeit. Eine 90-tägige Probezeit, in der du dich gegen eine Kündigung nur eingeschränkt wehren kannst, gibt es nur, wenn sie in dem Vertrag stand, den du vor deinem ersten Arbeitstag unterschrieben hast. Wird sie erst nach Arbeitsbeginn erwähnt, zählt sie nicht.
Häufige Fragen
Kurze Antworten auf das, was uns zum Arbeiten in Neuseeland am häufigsten gefragt wird.
Wie hoch ist der Mindestlohn in Neuseeland 2026?
Seit dem 1. April 2026 liegt der Mindestlohn für Erwachsene bei NZ$23,95 pro Stunde, das sind NZ$958 brutto für eine 40-Stunden-Woche. Er gilt für Working-Holiday-Reisende in voller Höhe ab der ersten Stunde. Einen Casual-Zuschlag wie in Australien gibt es nicht, deshalb ist das die echte Untergrenze für Einstiegsjobs. Der Satz wird jedes Jahr überprüft und ändert sich zum 1. April.
Kann ich als Deutscher in Neuseeland arbeiten?
Ja. Mit dem Working-Holiday-Visum dürfen Deutsche zwischen 18 und 30 bis zu zwölf Monate in Neuseeland leben und arbeiten. Erlaubt ist jeder Job außer einer Festanstellung, als Angestellter oder auf Werkvertragsbasis, nur ein eigenes Unternehmen darfst du nicht führen. Das Visum kostet ab NZD 770 und setzt NZ$4.200 an verfügbaren Mitteln und eine volle Krankenversicherung voraus. Die Voraussetzungen stehen in unserem Visa-Guide für Neuseeland.
Wie viel Steuern zahlt man beim Work and Travel in Neuseeland?
Dasselbe wie Neuseeländer: 10,5 Prozent auf die ersten NZ$15.600 im Steuerjahr, danach 17,5 Prozent bis NZ$53.500, dazu 1,75 Prozent ACC-Abgabe. Von NZ$958 brutto für 40 Stunden zum Mindestlohn bleiben rund NZ$795 netto. Einen eigenen Backpacker-Satz gibt es nicht. Weil die Lohnsteuer von einem ganzen Jahr Arbeit ausgeht, bekommen die meisten, die nur einen Teil des Jahres arbeiten, nach dem 31. März Geld zurück.
Brauche ich eine IRD-Nummer, bevor ich anfange zu arbeiten?
Anfangen kannst du auch ohne, aber bis dein Arbeitgeber die Nummer und deine ausgefüllte IR330 hat, werden 45 Prozent Steuer abgezogen. Beantrag sie in den ersten Tagen online über das Verfahren für Neuankömmlinge bei Inland Revenue. Dafür brauchst du deinen Pass, die Antragsnummer von Immigration New Zealand und entweder eine ausländische Steuernummer, eine neuseeländische Kontonummer oder eine abgeschlossene Identitätsprüfung bei einer Bank. Online dauert es etwa zwei Werktage.
Welche Jobs bekommt man in Neuseeland ohne Erfahrung?
Ernte und Ausdünnen auf Plantagen, Arbeit im Packhaus, Housekeeping in Motels, Jobs im Hostel, Küchenhilfe und Café, dazu die meisten Jobs in den Skigebieten. Dafür reichen Schulenglisch und null lokale Erfahrung. Gastronomie und Ernte stellen am schnellsten ein. Am meisten zählt für Arbeitgeber, wie verfügbar du bist, also sag klar, wie lange du bleibst und ab wann du anfangen kannst.
Wann ist Erntesaison in Neuseeland?
Kirschen haben im Dezember und Januar Hochsaison, Steinobst von Januar bis März, Äpfel und Birnen von Februar bis Mai und die Kiwiernte von März bis Mai, vor allem in der Bay of Plenty. Von Juni bis August ist Schnittsaison auf den Kiwiplantagen und in den Weinbergen. Am ruhigsten ist es auf den Plantagen im September und Oktober, zwischen Winterschnitt und Ausdünnen.
Kann ich mein Working-Holiday-Visum mit Farmarbeit verlängern?
Ja. Nach mindestens drei Monaten Pflanzen, Pflegen, Ernten oder Verpacken im Obst- oder Weinbau mit deinem Working-Holiday-Visum kannst du das Working Holiday Extension Work Visa für drei weitere Monate beantragen. Die Arbeit muss nicht am Stück und nicht beim selben Arbeitgeber gewesen sein, Baumschulen und Lebensmittelverarbeitung zählen nicht. Es kostet ab NZD 800, und du bekommst es nur einmal.
Bekomme ich beim Work and Travel in Neuseeland Urlaubsgeld?
Ja. Bei einem befristeten Job unter zwölf Monaten oder bei sehr unregelmäßiger Arbeit darf dein Arbeitgeber statt bezahltem Urlaub 8 Prozent vom Bruttolohn auf jede Abrechnung legen, wenn das vereinbart ist. Sonst stehen dir zum Ende des Jobs 8 Prozent deines gesamten Bruttoverdienstes zu, abzüglich bezahlter Urlaubstage. Arbeit an einem Feiertag wird mindestens mit dem Anderthalbfachen bezahlt.
Brauche ich einen Schein, um in Neuseeland in einer Bar zu arbeiten?
Nein. Wer in Neuseeland hinter der Bar ausschenkt, braucht weder Lizenz noch Zertifikat, ein Gegenstück zum australischen RSA musst du also nicht vorher machen. Nur Schichtleiter brauchen ein Manager's Certificate, und das kannst du erst nach drei Monaten Arbeit in einem neuseeländischen Betrieb mit Alkohollizenz beantragen.
Wie finde ich als Backpacker Arbeit in Neuseeland?
Für Cafés, Bars, Hostels und Läden gehst du mit ausgedrucktem Lebenslauf persönlich vorbei, für alles mit Vertrag nutzt du Seek und Trade Me Jobs. Für Erntearbeit ist PickNZ die Jobbörse der Branche selbst, und die Skigebiete stellen ab etwa März über ihre eigenen Websites ein. Zahl niemals Geld für einen Job oder eine Vermittlung.
Jobs nach Stadt
Wie die Szene in einer bestimmten Stadt wirklich aussieht: Löhne, wo du suchst, was das Wohnen kostet.
Gastro-Jobs in Auckland
Die erste Station für die meisten. Der tiefste Gastro-Markt Neuseelands.
Gastro-Jobs in Queenstown
Der Job ist der einfache Teil. Das Zimmer ist das Problem, und zwar ernsthaft.
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